Der Tattoo-Künstler ließ am Montag über seine Anwalt im Prozess erklären: «Ich habe viel nachgedacht, die Tat ist auch mir nicht erklärbar.» Beide Männer hätten «gesoffen und sich geprügelt», sagte Verteidiger Mirko Röder. Der Angeklagte habe eine nur bruchstückhafte Erinnerung.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem gebürtigen New Yorker Mord aus Grausamkeit vor. In der Nacht zum 6. Juli 2011 habe der 30-Jährige seinem Kollegen «mit mindestens einem Beil gefühllos und unbarmherzig 52 teils schwerste Verletzungen zugefügt». Als er noch lebte, habe er Ober- und Unterkiefer gespalten, um sein Opfer zu quälen, verlas Staatsanwalt Martin Glage die Anklage.

Die Leiche hatte der Angeklagte in der Wohnung seiner damaligen Verlobten in Berlin-Oberschöneweide zersägt und in Mülltüten gewickelt. In Rollkoffern hatte er sie zur Spree transportiert und versenkt. Den Kopf hatte die Partnerin des Mannes auf im Berliner Schäfersee geworfen. Nach und nach wurden die Leichenteile des Österreichers gefunden. Der Salzburger konnte durch seine Tattoos identifiziert werden.

In Saal 700 des Kriminalgerichts äußerte sich der am Hals tätowierte und leger gekleidete Angeklagte selbst nur zu seinen Personalien. Der dunkelhaarige Amerikaner saß reglos in der Anklagebox, als sein Anwalt in seinem Namen den Bruder des Opfers um Vergebung bat. Der Angeklagte - Vater eines kleinen Jungen - bat das Gericht um eine gerechte Strafe. Sein «teuflisches Alkoholproblem wolle er besiegen», so der 30-Jährige. Er hat in den USA wegen Körperverletzung bereits fünf Jahre Haft verbüßt.

Die Ex-Verlobte gestand ihre Beteiligung an der Beseitigung der Leiche. Die 22-Jährige erklärte über ihre Anwältin, «er hat mich mit dem Kopf alleingelassen». Sie habe Angst gehabt, dass ihr auch etwas angetan werde. Völlig überfordert habe sie sich mit Alkohol und Tabletten betäubt. Sie sei bis heute in psychiatrischer Behandlung und lebe nicht mehr in Berlin.

Das Gericht stellte ihr Verfahren wegen Strafvereitelung gegen Zahlung von 1000 Euro Geldbuße ein. Die damals 21-Jährige ist rund sechs Monate in Untersuchungshaft gewesen und hat ihre Lehrstelle verloren. Nach eigenen Angaben hatte die Frau einen Streit um einen gemeinsamen Bekannten der Männer am Rande mitbekommen. Dann hätten sich beide geschlagen. Sie habe die Wohnung verlassen. Als sie zurückkam, habe der Österreicher tot in der Badewanne gelegen. Es sei schrecklich gewesen.

Der in der Szene als Tattoo-Künstler bekannte US-Amerikaner sitzt seit Juli in Untersuchungshaft. Er lebt seit Januar 2011 in Berlin. Nach Angaben von Verteidiger Röder kannten sich die Männer aus der Kneipenszene um den Berliner Fußballclub 1. FC Union. Fragen des Gerichts will der mutmaßliche Mörder erst an einem späteren Prozesstag beantworten.