Der Mann war mit Freunden im Urlaub am Bodensee und nach den Ermittlungen der Polizei in der Nacht zum Mittwoch aus Leichtsinn auf den Regionalzug gestiegen. Die Deutsche Bahn warnt vor solchen Aktionen - Unglücke dieser Art sind aber kein Einzelfall.

Rettungskräfte konnten am frühen Morgen laut Polizei erst zu dem Opfer, nachdem der Strom abgestellt worden war. Eine Notärztin stellte nur noch den Tod des Mannes fest. Zeugen hatten die Polizei alarmiert und berichtet, dass eine Person nach einer Explosion brenne.

Laut der Ermittler hatte der Mann drei Begleiter, zwei Jungen im Alter von 17 und 18 Jahren sowie eine 17-Jährige, animieren wollen, auf dem Zugdach noch ein Bier zu trinken. Nachdem ihm keiner folgen wollte, war er alleine auf den Regionalzug geklettert. Dort hatte ihn ein sogenannter Lichtbogen getroffen.

Die Gruppe kommt nach Angaben eines Sprechers der Polizei aus dem Raum Reutlingen und war im Urlaub am Bodensee. Die drei anderen stünden unter Schock und seien in ein Krankenhaus gekommen.

Das Gelände ist dem Sprecher zufolge frei zugänglich. Die Deutsche Bahn warnt aber ausdrücklich davor, Gleise zu betreten und auf abgestellte Fahrzeuge sowie Oberleitungsmasten zu klettern. Laut einem Sprecher gab es im vergangenen Jahr trotz entsprechender Kampagnen zehn vergleichbare Stromunfälle in Deutschland.

Erst am Wochenende hatte ein Soldat in Frankfurt am Main beim Überklettern von Bahnwaggons einen lebensgefährlichen Stromschlag erlitten. Vor anderthalb Wochen kam ein 21-Jähriger in Niedersachsen mit schweren Verbrennungen nach einem Stromschlag in eine Spezialklinik. Im Februar starb ein 22 Jahre alter Mann, der im Pforzheimer Bahnhof an die Oberleitung gekommen war.