Am Dienstag sollte die Aktion weitergehen, die Polizei will dann den Hof des Hauses umgraben. Verurteilt als Peggys Mörder ist ein geistig behinderter Mann. Doch an seiner Schuld wurden immer wieder Zweifel geäußert. Schließlich fehlte jede Spur von der Leiche.

Es gebe Hinweise darauf, dass die Leiche auf dem Anwesen versteckt sein könnte, sagte ein Polizeisprecher. Das Gebäude liegt direkt am Lichtenberger Marktplatz. Bis zu dem Haus, in dem die neunjährige Peggy bis 2001 gelebt hatte, sind es nur wenige Meter.

2012 hatten Staatsanwalt und Kripo Bayreuth in dem Fall mit neuen Ermittlungen begonnen. «Die Summe der Erkenntnisse hat uns veranlasst, hier Untersuchungen zu beginnen», sagte der Sprecher. Zum Bewohner des Hauses machte er keine Angaben. «Personen, die im Zusammenhang mit dem Objekt stehen, werden derzeit von der Polizei befragt», sagte er lediglich.

Gudrun Rödel, die Betreuerin des wegen Mordes verurteilten Ulvi, sagte, der Hausbewohner sei schon früher in dem Fall ins Visier der Ermittler geraten. «Aber man hatte dann Ulvi. Und in eine andere Richtung ging es nicht mehr.» Auch dazu äußerte sich die Polizei am Montag nicht. Woher die jetzigen Hinweise auf das Anwesen stammten, wollten die Ermittler ebenfalls nicht sagen.

Die damals neun Jahre alte Peggy war 2001 spurlos verschwunden. Alle Suchaktionen blieben erfolglos. Laut Gerichtsurteil hatte Ulvi die Neunjährige getötet, um einen sexuellen Missbrauch des Mädchens zu vertuschen. Inzwischen hat Ulvis Anwalt einen Wiederaufnahmeantrag gestellt. Er wirft den damaligen Ermittlern vor, Zeugen manipuliert und entlastende Aussagen ignoriert zu haben.