Doch wenige Stunden vor dem geplanten Zeugenauftritt der Mutter unternahm der 40-jährige Däne einen Selbstmordversuch. Daraufhin wurde das Verfahren am Potsdamer Landgericht gegen den Vater wegen Doppelmordes unterbrochen. Der Mann sei am frühen Morgen bewusstlos in seiner Zelle gefunden worden, erklärte der Vorsitzende Richter Frank Tiemann am Donnerstag.

Der Däne hatte vor Gericht gestanden, seine neun und zehn Jahre alten Töchter während eines gemeinsamen Urlaubs im Sommer 2011 zunächst mit Schlafmitteln betäubt zu haben. In einem Waldstück am Rande der Autobahn 24 in Brandenburg setzte er daraufhin das Auto mit Benzin in Brand. Er selbst flüchtete aus dem brennenden Fahrzeug, während seine Kinder angeschnallt auf dem Rücksitz den Feuertod starben. Motiv soll ein Streit mit seiner Ex-Frau um das Sorgerecht gewesen sein.

Die 40 Jahre alte Mutter sollte am Donnerstag als Zeugin aussagen. Sie tritt in dem Verfahren auch als Nebenklägerin auf.

Wenige Stunden vor dieser dramatischen Begegnung im Gerichtssaal hätten Gefängnis-Mitarbeiter in Brandenburg/Havel den Mann gegen 5.30 Uhr bei einem Kontrollgang «laut schnarchend» in seinem Bett entdeckt, las Tiemann aus einem Bericht vor. Weil sich der Mann nicht wecken ließ, wurde eine Schwester herbeigerufen. Ein Notarzt veranlasste schließlich, dass der Däne in ein Krankenhaus gebracht wurde.

Der 40-Jährige sei in der Untersuchungshaft in medizinischer Behandlung gewesen und habe offensichtlich Tabletten gehortet. «Die Medikamentenabgabe wird zwar überprüft - doch ein Missbrauch ist nie gänzlich auszuschließen», so ein Sprecher des Justizministeriums. Die behandelnden Ärzte hätten den Dänen zuletzt nicht mehr als selbstmordgefährdet eingeschätzt. Der Mann war in einer Einzelzelle untergebracht. Dies sei bei Untersuchungshäftlingen so vorgesehen, erläuterte der Sprecher.

Nach dem Bericht der Gefängnisleitung hatte der Däne Anti-Depressiva und Schlafmittel erhalten. Den Angaben zufolge ist er noch am Donnerstag von der Intensiv- auf die Wachstation verlegt worden. Spätestens in ein bis zwei Tagen werde er wohl ins Haftkrankenhaus verlegt werden können. In der Klinik werde der Angeklagte bewacht, zudem sei eine Fesselung ans Bett angeordnet.

Das Schwurgericht geht davon aus, dass der Prozess wohl in einer Woche (29. März) fortsetzen werden kann. Die Vernehmung der Mutter hat das Gericht zunächst auf den 3. Mai verschoben. Dann sollen auch die Mutter des Angeklagten und seine Tante gehört werden, die ebenfalls am Donnerstag aus Dänemark angereist waren.