Heute setzte die Polizei ihre Arbeit in einem Waldstück bei Heidenheim-Großkuchen in Baden-Württemberg fort, in dem 2010 die Leiche der entführten Frau entdeckt worden war. Am Abend sollte die Spurensuche dort nach drei Tagen abgeschlossen sein, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart. Zudem bekamen die Sonderkommission «Flagge» Unterstützung aus Thüringen.

Einige Lokalpolitiker - darunter Bürgermeister - aus der Nähe der früheren Arbeitsstätte von Bankier Thomas Bögerl hätten in den vergangenen Tagen freiwillig Speichelproben abgegeben, sagte der Sprecher und bestätigte Medienberichte. Der Bürgermeister von Triptis, Berthold Steffen (Freie Wähler), sagte der Nachrichtenagentur dpa, er sei nach einer Befragung um eine Speichelprobe gebeten worden. Die Gruppe habe Thomas Bögerl zum Geburtstag im Jahr 2009 einen «Überraschungsbesuch» abgestattet.

Die zweifache Mutter Bögerl war am 12. Mai 2010 entführt und ermordet worden. Ihr Mann, der Heidenheimer Sparkassendirektor Thomas Bögerl, nahm sich knapp ein Jahr später das Leben.

Die Delegation habe möglicherweise Spuren bei den Bögerls hinterlassen, die die Fahnder später sammelten, erklärte der Sprecher des Regierungspräsidiums weiter. «Entscheidend für uns sind aber auch die Aussagen der Politiker.»

Die Speichelproben sollen unter anderem beim Ausschlussverfahren helfen. «Das ist reine Routine», sagte der Sprecher. Tausende Freunde und Verwandte der Familie, Nachbarn und Arbeitskollegen hätten bereits Speichelproben abgegeben. Damit sollen DNA-Überreste aus der Wohnung abgeglichen und zugeordnet werden. Insgesamt arbeiten die Ermittler den Angaben nach noch rund 900 offene von gut 9500 Spuren ab. «Bei so einem Fall muss man jeder Spur nachgehen.»

In dem durchsuchten Waldstück hatten die Ermittler am Dienstag unter anderem Kronkorken und Abfall gefunden. Die Fundstücke werden ebenfalls auf DNA-Spuren untersucht, die bei der Identifizierung des noch unbekannten Täters helfen sollen. Es sei aber noch völlig unklar, ob die Funde und der Ort tatsächlich in Zusammenhang mit dem Mord stünden, hieß es. Auch die Tatwaffe fehlt nach wie vor.