Wie Innenminister Zwetlin Jowtschew am Freitag am Ort der Katastrophe mitteilte, wurden mehrere Menschen vermisst. Unter den Toten seien zwei Kinder. Drei weitere Opfer gab es in Dobritsch weiter nördlich. Für den kommenden Montag wurde ein nationaler Trauertag ausgerufen.

In einem tief gelegenen Stadtteil von Warna standen zahlreiche Häuser im Wasser. Fahrzeuge wurden von den Wassermassen davongetrieben und versperrten den Weg für die Rettungsteams. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass in den überfluteten Häusern noch Menschen feststecken könnten. Die Stromversorgung wurde in dem gesamten Stadtteil unterbrochen. Es wurde der Notstand ausgerufen.

«Alles geschah sehr schnell - plötzlich rollte eine eineinhalb Meter hohe Flutwelle», berichteten Bewohner im Fernsehen. Dort hatte es seit Donnerstagnachmittag mit bis zu 110 Litern pro Quadratmeter doppelt so viel geregnet wie sonst im ganzen Juni.

Menschliches Fehlverhalten und Fahrlässigkeit der Behörden hätten offensichtlich zur Tragödie beigetragen, hieß es in lokalen Medienberichten. Die Flutwelle in Warnas Stadtteil Asparuchovo sei aus einem Bach entstanden, der mit Sperrmüll und Abfall gefüllt gewesen sei. Außerdem konnten manche illegal gebauten Häuschen die Wasserflut nicht überstehen.

Die Regenfälle führten auch nördlich des Balkangebirges zu Hochwasser. Im Städtchen Kilifarewo wurden Dutzende Häuser überschwemmt. Auch Vieh ertrank.