Es wird schon lange vorhergesagt, das Internet werde das Fernsehen umkrempeln - aber sehen Sie Zeichen für eine Revolution?

Kyncl: «Ich glaube, dass das Fernsehen noch lange so bleiben wird, wie es heute ist. Es gibt viele Leute, die den Wandel durch das Internet übertreiben - und es sind meistens diejenigen, die die Branche nicht besonders gut kennen. Das klassische Fernsehen hat solide Geschäfts-Grundlagen, die nicht von einem Tag auf den anderen verschwinden werden.»

Wo liegt also die Chance eines Players wie YouTube?

Kyncl: «Ein intelligenter Internet-Anbieter fragt sich nicht, wie er mit den Platzhirschen konkurrieren kann, sondern: Wie kann ich ihr Angebot ergänzen? Und genau das ist unsere Strategie. Zum Beispiel, die Bundesliga: Es macht für uns keinen Sinn, für die teuren Live-Rechte mitzubieten. Wir würden nur die Preise hochtreiben, ohne dass jemand davon etwas hätte. Aber es macht Sinn, wenn wir Highlights der Spiele auf Computern oder mobilen Geräten zeigen können, als Ergänzung zu dem, was es im Fernsehen gibt.»