Über Jahre sei Facebook «schwarz gefahren». Jetzt verlangt Yahoo einen nicht näher bezifferten Schadenersatz. Yahoo hatte vor zwei Wochen öffentlich gedroht, gegen Facebook vorzugehen. Die Klage kommt für das soziale Netzwerk zur Unzeit. Facebook ist mitten in den Vorbereitungen für seinen milliardenschweren Börsengang. Eine Klage von derartiger Tragweite könnte die Investoren verunsichern. Das weiß auch Yahoo und hat damit einen Vorteil in möglichen Verhandlungen über einen Vergleich.

«Viele der Technologien, auf denen Facebook fußt, wurden zuerst von Yahoo entwickelt», erklärte Yahoo und führte in der Klageschrift grundlegende Funktionen wie das Verschicken von Nachrichten, die Anzeige von Neuigkeiten oder die Kommentierung auf. Nach Ansicht von Yahoo hat Facebook auch bei den überlebenswichtigen Werbeanzeigen abgekupfert. Das soziale Netzwerk äußerte sich zunächst nicht.

Die beiden Internetkonzerne sind Konkurrenten im Geschäft mit Werbung im Internet. Facebook ist in den vergangenen Jahren aber viel schneller gewachsen und hatte zuletzt 845 Millionen Nutzer. Dagegen sank Yahoos Stern. Der erst zu Jahresbeginn angetretene Konzernchef Scott Thompson soll das Steuer nun herumreißen und scheint dabei einen radikalen Kurs zu fahren. Die Androhung der Patentklage war eine der ersten Aktionen, die in seine Amtszeit fielen.