Die Piraten waren die Twitterer der ersten Stunde. Dann Regierungssprecher Steffen Seibert, später Umweltminister Peter Altmaier (CDU). Inzwischen zwitschert sogar der Papst. Der Kurznachrichtendienst ist zum politischen Kommunikationsmittel geworden. Gerade jetzt, da sich immer mehr Politiker ins Netz wagen, steigt der erste Pirat öffentlich aus.

«Das Gezwitscher bringt nichts», schreibt der Berliner Fraktionschef Christopher Lauer in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Zu viel Zeit, zu wenig Ertrag. Twitter off: Er schaltet ab. Hat es sich bald auch für andere Politiker ausgezwitschert?

Lauer macht eine einfache Rechnung auf: Von seinen 22 500 Followern klicken im Schnitt nur 500 auf von ihm geteilte Links. Dafür verbringt er Stunden im Netz. Einzelne Tweets können aus dem Zusammenhang gerissen missverstanden werden. Ein Zeitungsartikel oder Talkshow-Auftritt sei effektiver, kalkuliert Lauer. An Einladungen für solche Runden scheint es ihm nicht zu mangeln.