Die herrschende Kommunistische Partei will mit der Zensur offenbar politische Diskussionen vor dem geplanten Führungswechsel im Herbst unterbinden. «China ist kein demokratisches Land, und die Übergabe an die nächsten Führer ist schwierig» sagte der Politikwissenschaftler Zhang Ming von der Peking-Universität.

In Diskussionsforen auf «Utopia» und «Maoflag» hatten Nutzer beispielsweise viel Sympathie für den abgelösten Parteichef der Stadt Chongqing, Bo Xilai, geäußert. Dessen Absetzung am 15. März hatte Gerüchte über interne Macht- und Fraktionskämpfe in der Kommunistischen Partei ausgelöst.

Auch die Seite «Chinaelections.org», die demokratische Reformen vorantreiben will, wurde gesperrt. China hatte nach Gerüchten über einen Putsch zuvor bereits soziale Medien zensiert.