Mit dem neusten Update von Instagram wurde ein Feature hinzugefügt, das stark an eine bereits vorhandene Funktion von Snapchat erinnert. Die Foto-App Instagram verfügt jetzt über die namensgleiche Funktion "Stories". Nutzer können dabei Fotos und Video für eine Slideshow zusammenstellen, wie das Unternehmen am Dienstag in einem Blogeintrag mitteilte.


Instagram-Posts mit Verfallsdatum

Wie bei Snapchat werden die Stories nach 24 Stunden gelöscht. Die Bilder und Videos können nur zehn Sekunden lang sein und der Nutzer kann entscheiden, ob Stories öffentlich oder nur für Freunde ansehbar sind. Mit einem Swipe vom unteren Bildrand kann man sehen, wer sich ein Element angeschaut hat. Außerdem können die Bilder und Videos kreativ bearbeitet werden, etwa mit Schriftzügen, bunten Herzen oder witzigen Sprechblasen.

Das neue Feature ähnelt stark dem Angebot der Social-Media-App Snapchat, die mit von allein verschwindenden Bildern populär geworden ist. Snapchat ist - auch wegen der Möglichkeit der lustigen Bildbearbeitung - besonders bei jüngeren Leuten populär geworden. Diese Bildbearbeitungsmöglichkeiten bietet Instagram nun auch für die normalen Fotos an.

Instagram macht keinen Hehl daraus, dass die Stories-Funktion von Snapchat abgekupfert ist. Instagram-Chef Kevin Systrom hat das freimütig eingeräumt. "Ihnen gebührt all der Verdienst", sagte der 32-Jährige dem Branchenportal "Techcrunch" mit Blick auf die Pionierarbeit von Snapchat. Auch wenn es sonst vielleicht nicht so offen kommuniziert wird, ist es recht geläufig, dass die großen Tech-Unternehmen Innovationen der Konkurrenz übernehmen. So sind die Feed-Funktionen von Facebook oder die Hashtags von Twitter inzwischen auf sämtlichen Social-Media-Kanälen geläufig.



Instagram will die Snapchat-Nutzer angeln

Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Finanzdienstes Bloomberg kommt Snapchat auf 150 Millionen Nutzer täglich. Instagram gehört zu Facebook, hat mehr als 500 Millionen Nutzer und ist damit deutlich größer. Trotzdem schielen die Instagram-Entwickler schon seit längerem auf die Snapchat-Nutzer.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg, der vor einigen Jahren Instagram übernahm, hatte auch versucht, den Konkurrenten Snapchat für rund drei Milliarden Dollar zu kaufen - die Snapchat-Macher lehnten dankend ab. Danach blieben Versuche von Facebook, dem Rivalen mit Slingshot eine eigene App mit verschwindenden Bildern entgegenzusetzen, erfolglos.



Nutzer reagieren unterschiedlich

Und was sagen die Nutzer zu dem Update? Die Reaktionen auf die neue Funktion von Instagram fallen im Netz sehr unterschiedlich aus. Für manche ist Snapchat nun überflüssig geworden, andere lachen über die Kopie von Instagram: