Als die Nasa ihre Raumsonde "New Horizons" vor neun Jahren ins Weltall schickte, war Pluto noch der kleinste Planet im Sonnensystem. Nur sieben Monate nach Abflug wurde Pluto zum Zwergplaneten degradiert. Dennoch gilt die Mission, die heute und morgen ihren Höhepunkt erreicht, als Meilenstein der Raumfahrtgeschichte.

Fünf Milliarden Kilometer hat die Sonde zurückgelegt und kommt heute dem Zwergplaneten so nah wie kein anderer irdischer Flugkörper je zuvor. Nur etwa zwei Tage hat die Sonde Zeit, um gute Fotos und Messungen von Pluto zu machen.

Erste Bilder zeigen mit ein bisschen Fantasie ein Herz auf Pluto. Unter dem Hashtag #PlutoFlyby wird die Mission bei Twitter kommentiert:


Die Wissenschaftler versprechen sich viel von dieser Mission, die viele Rätsel lösen soll. "New Horizons" wird sich Pluto auf rund 12.000 Kilometer nähern und mit wissenschaftlichen Instrumenten untersuchen. Wenn man aus dieser Distanz auf Manhattan schauen würde, erklärt Missionsleiter Alan Stern der "New York Times", könnte man die Seen im Central Park ausmachen. "Ich habe immer gesagt, dass wir einen Pluto finden würden, der mit zwei Wörtern beschrieben werden kann: etwas Wunderbares. Und das stellt sich jetzt als komplett wahr heraus."

Aber die Mission bleibt bis zur letzten Sekunde spannend. Weil die etwa Klavier-große und rund 500 Kilogramm schwere Sonde mit rund 50.000 Kilometer pro Stunde unterwegs ist, könnte schon ein Zusammenstoß mit einem Objekt so klein wie ein Reiskorn das ganze Vorhaben zu Fall bringen. Vor wenigen Tagen gab es dann auch noch einen technischen Fehler, den die Nasa aber wieder beheben konnte. Er sei "ziemlich zuversichtlich", dass alles gut geht, gibt sich Forscher Stern gelassen.

Heute ab 13.49 Uhr wird die Raumsonde Pluto die Nahaufnahmen schießen, die mit einigen Stunden Zeitverzögerung auf der Erde ankommen werden.



Wissenswertes über den Zwergplaneten Pluto
- Ist nach dem römischen Gott der Unterwelt benannt
- Die Idee zum Namen hatte ein damals elf Jahre altes Mädchen nach der Entdeckungsverkündung 1930 (Venetia Phair, 2009 gestorben). Es gab eine Meldung über eine Namenssuche in der Times, von der Venetia Phair von ihrem Großvater erfuhr.
- Umlaufzeit um die Sonne: 251 Jahre und zehn Monate
- Man vermutet, dass Pluto zu 70 Prozent aus Felsen und 30 Prozent aus Wasser-Eis besteht
- Die geschätzte Größe von Pluto: 2.274 Kilometer (Durchmesser)
- Entdeckt wurde Pluto im Jahre 1930 durch einen Zufall: Clyde W. Tombaugh hat Nacht für Nacht den Sternenhimmel abgesucht. Durch ein 33-Zentimeter-Teleskop machte er fotografische Aufnahmen von bestimmten Himmelsregionen im Abstand von mehreren Tagen. Lichtpunkte haben ihre Position bei den Aufnahmen verändert und gaben den Hinweis darauf, dass es sich um Planeten handelt. Durch Zufall hatte er daher den Zwergplaneten Pluto entdeckt.

Wieso ist Pluto kein Planet mehr?
In Plutos Nähe wurden mehrere Objekte seiner Größe entdeckt. Jedes neue Objekt müsste als Planet anerkannt werden. Da dies nicht geht, wurde ein neuer Begriff, der "Zwergplanet", eingeführt.

Zudem wurde die Definition eines Planeten geändert. Pluto ist daher kein Planet mehr, da er die 2006 erneuerten Planetendefinition, seine Umgebung von Weltraum-Trümmern zu "säubern", nicht erfüllen kann.

New Horizons soll Pluto genau erforschen, da es der einzige Planet ist, der noch von keiner Raumsonde besucht worden ist. Nachdem Pluto genau erforscht worden ist, sollen auch Forschungen über Kuiper-Gürtel angestellt werden.

Verfolgen Sie hier die Raumsonde New Horizons.

Countdown der Nasa

van/fhu/dpa