Zu fünf Jahren und vier Monaten wurde ein 32-Jähriger vom Landgericht Limburg verurteilt. Der Grund: Körperverletzung mit Todesfolge. Er hatte einem Mann den Penis abgeschnitten. Das Gericht verurteilte ihn am Mittwoch und ordnete auch die Unterbringung des alkoholkranken Mannes in einer Entziehungsanstalt an. Ob eine Revision gegen das Urteil eingelegt wird, ist noch offen.

Mit dem Strafmaß folgte das Gericht weitestgehend der Staatsanwaltschaft. Die hatte fünf Jahre und neun Monate Haft sowie die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt gefordert. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert.

Der Angeklagte soll im März 2016 in Wetzlar mit seinem späteren Opfer literweise Wein und Weinbrand getrunken haben. Während der 32-Jährige etwa 2,8 Promille Alkohol im Blut hatte, waren es bei seinem Zechkumpanen etwa 3,7 Promille. Dabei kam es laut Staatsanwalt zum Streit: Zunächst griff der 53-Jährige dem Angeklagten zwischen die Beine, dann schlug dieser dem anderen mit der Faust ins Gesicht. Das Opfer ging zu Boden und erstickte an Erbrochenem. Danach soll der 32-Jährige den Mann mit einem Messer verstümmelt haben.


Geständnis widerrufen

Im Oktober 2016 war der alkoholkranke Mann aus Wetzlar vom Landgericht wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten sowie dem Aufenthalt in einer Entziehungsanstalt verurteilt worden. Nach der Tat hatte der 32-Jährige ein Geständnis abgelegt, sein Verteidiger widerrief das allerdings später. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil kassiert. Im neu aufgerollten Prozess ging es darum, ob der 32-Jährige den Mann schon zu Beginn des Streits umbringen wollte, also unter Vorsatz handelte.

Ein Gutachter ging von einer Tat im Affekt aus. Der stark alkoholisierte Angeklagte sei von dem 53-Jährigen durch einen Griff an den Genitalbereich sexuell provoziert worden. Daraufhin sei die Situation eskaliert. Der Angeklagte schlug zu, schnitt dem Opfer den Penis ab. Dass das Opfer da bereits tot war, hätte der Täter nicht unbedingt wissen können, so der Psychiater. Es liege eine "erhebliche Beeinträchtigung der Steuerungsfähigkeit nahe". Allerdings sei der Angeklagte ein "geübter Trinker". Auch der Gutachter empfahl die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt.