Wien
Aktionsplan für Almen

Nach tödlichem Kuh-Angriff auf deutsche Touristin: Österreich führt Verhaltenskodex für Wanderer ein

Österreich-Urlauber aufgepasst: Künftig soll laut Tourismusministerium beim Wandern in den Alpen ein Verhaltenskodex gelten. Grund ist ein tödlicher Kuh-Angriff auf eine deutsche Touristin.
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Kühe auf einer Alm. Die österreichische Bundesregierung informiert am 11.03.2019 in Wien über die Zukunft der Almen. Anlass ist das "Kuh-Urteil" des Landgerichts Innsbruck. Foto: Barbara Gindl/apa/dpa
Kühe auf einer Alm. Die österreichische Bundesregierung informiert am 11.03.2019 in Wien über die Zukunft der Almen. Anlass ist das "Kuh-Urteil" des Landgerichts Innsbruck. Foto: Barbara Gindl/apa/dpa

Wer in den österreichischen Alpen wandert, sollte künftig im eigenen Interesse einen Verhaltenskodex beachten. Solche Leitlinien für Wanderer werden nach Angaben von Österreichs Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) rechtzeitig zu Beginn der diesjährigen Saison vorliegen.

Deutsche Touristin von Kühen totgetrampelt - Aktionsplan für sichere Almen vorgestellt

Anlass des am Montag vorgestellten "Aktionsplans für sichere Almen" ist eine tödliche Kuh-Attacke auf eine deutsche Wanderin 2014, nach der jüngst ein Landwirt zur Zahlung einer Schadenersatzsumme in Höhe von mehr als 180.000 Euro an die Hinterbliebenen verurteilt worden war.

Wer sich nicht an den Verhaltenskodex halte, für den habe das im Schadensfall rechtliche Konsequenzen, meinte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). "Es geht um das gute Miteinander von Landwirtschaft und Tourismus auf Österreichs Almen."

Eigenverantwortung im Mittelpunkt

Der Verhaltenskodex solle ähnlich wie die zehn FIS-Regeln auf den Skipisten die Eigenverantwortung in den Mittelpunkt stellen. "Jeder, der auf den Almen unterwegs ist, muss sich bewusst sein, dass er selbst Verantwortung trägt", sagte Köstinger. Zu gefährlichen oder gar tödlichen Zwischenfällen war es vor allem dann gekommen, wenn Wanderer Hunde dabei hatten und die Mutterkühe ihre Kälber beschützen wollten.

Einem Hundeverbot auf Almen erteilte Köstinger eine Absage. Für die 25 000 Betriebe, die in Österreich in der Almwirtschaft tätig seien, habe das Urteil große Verunsicherung geschaffen, hieß es. Nun soll der Versicherungsschutz für Landwirte verbessert werden.

Auf der ICE-Strecke Bamberg-Erfurt hatte im Oktober vergangenen Jahres eine Kuhherde für Chaos gesorgt. Dabei krachte ein ICE in die Tiere.