Berlin
Gewalt in Pflegeeinrichtung

Nach drei schlaflosen Nächten: 79-Jähriger erdrosselt hustenden Bettnachbarn mit Gürtel

Beschwerden hatten nichts gebracht: Weil er das ständige Husten seines Bettnachbarn nicht mehr hören konnte, hat ein 79-Jähriger den zwei Jahre jüngeren Mann mit einem Gürtel erdrosselt.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein 79-Jähriger, der seinen hustenden Bettnachbarn in einer Pflegeeinrichtung in Berlin-Neukölln erdrosselt hat, ist zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Symbolbild: Samantha Passuello/pexels.com
Ein 79-Jähriger, der seinen hustenden Bettnachbarn in einer Pflegeeinrichtung in Berlin-Neukölln erdrosselt hat, ist zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Symbolbild: Samantha Passuello/pexels.com

Ein 79-Jähriger, der seinen hustenden Bettnachbarn in einer Pflegeeinrichtung in Berlin-Neukölln erdrosselt hat, ist zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den Angeklagten am Donnerstag des Totschlags schuldig.

Mit Gürtel des Bademantels: 79-Jähriger erdrosselt hustenden Bettnachbarn

Der Senior sei im Juli 2018 nach drei schlaflosen Nächten zum Bett des 77 Jahre alten Geschädigten gegangen, habe ihm einen Bademantelgürtel um den Hals gelegt und zugezogen, begründeten die Richter am Donnerstag. Es sei eine spontane Tat gewesen. Juristisch sei von einem minderschweren Fall auszugehen.

Der Angeklagte hatte gestanden und erklärt, er habe das "ständige Husten" des 77-Jährigen nicht mehr ertragen. Obwohl er sich mehrfach beschwert habe, sei er nicht in ein anderes Zimmer verlegt worden. Das Gericht ging davon aus, dass der nach einem Schlaganfall teilweise gelähmte und nicht vorbestrafte Angeklagte zur Tatzeit vermindert schuldfähig war.

Der Staatsanwalt hatte fünfeinhalb Jahre Haft gefordert. Der Verteidiger stellte keinen konkreten Antrag. 

In Unterfranken ist am Freitag Haftbefehl gegen einen Rentner erlassen worden. In seinem Haus lagerte er Handgranaten, Schusswaffen und Munition

Verwandte Artikel