Die Hamburger Sozialbehörde hatte am Dienstag berichtet, mehrere hundert afrikanische Flüchtlinge seien nach Deutschland gekommen, weil die Behörden in Italien sie mit Geld und Aufenthaltspapieren zur Weiterreise animiert hätten. Viele von ihnen seien obdachlos, hätten keine Arbeitserlaubnis und kein Recht auf Unterbringung und Sozialleistungen. Die Aufenthaltspapiere ermöglichen für drei Monate das Reisen im Schengenraum, also auch nach Deutschland.

"Die Deutschen wussten davon. Warum protestieren sie jetzt?", sagte ein Sprecher des Ministeriums der Zeitung "La Repubblica". Am 17. Mai habe es in Berlin ein Treffen deutscher und italienischer Vertreter gegeben, bei dem über den Umgang mit Flüchtlingen gesprochen worden sei. Mit dem Geld sollten die Afrikaner in ihren Lebenshaltungskosten und bei der Rückkehr in ihre Heimatländer unterstützt werden. Die Aufenthaltspapiere seien nach Untersuchung des jeweiligen Falls und im Einklang mit EU-Recht vergeben worden. dpa