Osnabrück
Reaktion

Nach dem Tod zweier Kinder: Experten fordern Umdenken bei Schwimmunterricht

Die Zahl der Kinder, die durch Ertrinken sterben, steigt immer weiter an. Das liegt vor allem daran, dass der Schwimmunterricht in den Grundschulen stark vernachlässig wird. Experten fordern, dem entgegenzuwirken und der Schwimmerziehung mehr Aufmerksamkeit zu widmen.
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Immer weniger Kinder lernen frühzeitig schwimmen.  Dem wollen Experten entgegenwirken und plädieren für  mehr Schwimmunterricht an den Schulen. Symbolbild: tookapic/pixabay.com
Immer weniger Kinder lernen frühzeitig schwimmen. Dem wollen Experten entgegenwirken und plädieren für mehr Schwimmunterricht an den Schulen. Symbolbild: tookapic/pixabay.com

Nach dem tragischen Tod zweier Kinder in einem Gartenteich in Niedersachsen haben Bildungs- und Lebensrettungsexperten gefordert, Kindern möglichst früh das Schwimmen beizubringen. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) verlangte, Schwimmunterricht in Grundschulen flächendeckend ab der ersten Klasse einzuführen.

59 Prozent der Kinder können nach Grundschule nicht schwimmen: Verantwortung für Schwimmunterricht zu groß?

"59 Prozent der Schüler, die auf eine weiterführende Schule wechseln, können nicht sicher schwimmen", sagte DLRG-Präsident Achim Haag der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). Außerdem hätten zu wenig Lehrer die richtige Ausbildung, um Kinder im Notfall retten zu können. Manche Schulen ließen den Schwimmunterricht ausfallen, weil ihnen die Verantwortung zu groß sei.

Die Bildungsgewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte, Kinder bereits in der Kita-Betreuung mit Wasser und seinen Gefahren vertraut zu machen. Vorstandsmitglied Ilka Hoffmann kritisierte darüber hinaus, dass nicht allen Schulen Schwimmbäder zur Verfügung stünden. Dafür gebe es immer mehr private Bäder, die für Familien zu teuer seien, sagte sie der Zeitung. "Es ist wichtig, auch sozial benachteiligten Familien den Zugang zu Schwimmbädern zu ermöglichen."

DLRG warnt: Immer mehr Kinder kommen durch Ertrinken ums Leben

Im vergangenen Jahr beobachtete die DLRG nach eigenen Angaben eine Häufung von Todesfällen, bei denen Kinder durch Ertrinken ums Leben kamen. 2018 waren das 71 Kinder. Am Dienstag waren zwei Kinder im Alter von vier und sieben Jahren in einem Gartenteich in Baddeckenstedt bei Salzgitter ertrunken.

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