Der Jäger und mutmaßliche Wilderer, der in Österreich vier Menschen erschossen haben soll, ist vermutlich tot. Bei der Stürmung seines Hauses fanden die Einsatzkräfte in einem geheimen Keller eine brennende Leiche. Es spreche einiges dafür, dass es sich um den Gesuchten handle, sagte Polizeisprecher Roland Scherscher in der Nacht zum Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

Da der gegen Mitternacht im niederösterreichischen Bezirk Melk gefundene Körper verkohlt sei, könne nur eine DNA-Analyse Klarheit über die Identität des Toten bringen. Dies könne einige Tage dauern, sagte Scherscher. Die Suche nach einem möglicherweise flüchtigen Täter sei nicht geplant. "Wir sind froh, dass wir den Einsatz nach 24 Stunden beenden konnten", sagte Scherscher.

Neben der Leiche im Keller hinter einer Geheimtür fanden die Beamten auch Hinweise auf weitere Straftaten, wie ein Sprecher am Mittwoch sagte. Was in dem Kellerversteck war und um welche Straftaten es sich handeln könnte, wollte er nicht sagen. Es liefen aber Ermittlungen, weil der Mann vor der Tat versucht haben soll, einen Jäger zu ermorden, so der Sprecher.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft St Pölten ging es um eine Messerattacke im Jahr 2011. Ob es sich bei den im Keller gefundenen Hinweisen um diesen Fall oder Wilderei handelt, sagte er nicht.

Der Jäger und mutmaßliche Wilderer Alois H. hatte laut den Ermittlern in der Nacht zu Dienstag drei Polizisten und den Fahrer eines Rettungswagens erschossen, um seiner Festnahme zu entgehen. Die Polizei hatte zuvor in einem Wald bei Annaberg eine Straßensperre errichtet, um einen seit Jahren gesuchten Wilderer endlich zu stellen. Alois H. durchbrach die Sperre und eröffnete sofort das Feuer.

Nach seiner Flucht verschanzte er sich schwer bewaffnet auf seinem Bauernhof in Großpriel bei Melk. Die Polizei belagerte ihn den Dienstag über mit Hunderten Einsatzkräften, das Militär half mit Panzern. Am späten Nachmittag soll als letztes Lebenszeichen ein Schuss zu hören gewesen sein, berichtete die Polizei. Gegen Abend begannen die Beamten mit der Stürmung und Durchsuchung des Anwesens, was Stunden dauerte. dpa