Wenige Tage vor dem Champions-League-Endspiel in London hat es in der Stadt ein Gewaltverbrechen mit möglicherweise terroristisch motiviertem Hintergrund gegeben. Ein Mann wurde auf offener Straße im Stadtteil Woolwich mit einer Machete getötet. Die mutmaßlichen Täter sollen "Alluha Akbar" ("Gott ist groß") gerufen haben, berichtete die BBC unter Berufung auf Regierungskreise. Der britische Sender ITV zeigte ein Video, in dem ein Mann ein Fleischerbeil schwingt und ruft: "Wir schwören beim allmächtigen Allah - wir werden nie aufhören, Euch zu bekämpfen!"

Bei dem Opfer handelt es sich nach zunächst unbestätigten Berichten um einen Soldaten der britischen Armee. Die Angreifer wurden nach der Tat von der Polizei angeschossen. Einer der mutmaßlichen Täter soll dabei lebensgefährlich verletzt worden sein.
Die beiden würden in zwei unterschiedlichen Krankenhäusern behandelt, sagte ein Polizeisprecher.

Premierminister David Cameron wollte seinen Besuch in Frankreich unterbrechen und noch am Abend nach London zurückkehren. Für 21.00 Uhr MESZ kündigte er ein Statement zu dem Vorfall an. Bereits zuvor sollte das Nationale Sicherheitskabinett Cobra zusammenkommen. Innenministerin Theresa May bestätigte unterdessen, sie sei von dem Chef des Inlandsgeheimdienstes MI5 über die Lage unterrichtet worden.

Cameron bezeichnete die Tat in London in einer ersten Reaktion in dem Kurznachrichtendienst Twitter als "wahrlich schockierend". Londons Bürgermeister Boris Johnson sprach von einem "widerwärtigen, unverzeihlichen Akt der Gewalt".

Unklar blieb zunächst, ob die allgemeine Sicherheitslage in London von dem Vorfall beeinträchtigt ist. Am Wochenende werden Zehntausende Besucher aus Deutschland in der Stadt erwartet, wenn im Wembley-Stadion die Mannschaften von Borussia Dortmund und Bayern München im Finale der Fußball Champions League aufeinandertreffen. Sollte sich der Terrorverdacht erhärten, wäre es der erste nennenswerte Terrorakt auf britischem Boden, seit 2005 bei Anschlägen auf U-Bahnen und Busse 52 Menschen ums Leben gekommen waren. dpa