München
Momo-Challenge

"Momo Challenge": Kinderärzte warnen Eltern vor Horrorfigur

Die Horrorfigur "Momo" treibt noch immer ihr Unwesen. Jetzt warnen auch Kinderärzte vor dem Horror-Mädchen: Die animierte Monsterpuppe baue auf die Kinder großen psychischen Druck auf.
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Noch immer treibt die Schreckensfigur "Momo" ihr Unwesen und taucht aktuell in Kindervideos auf YouTube sowie im Videospiel "Fortnite" auf. Nun warnen Kinderärzte vor dem Horror-Mädchen:

Update 02.04.2019: Kinderärzte warnen vor "Momo-Challange"

Kinderärzte appellieren an Eltern, ihre Kinder über Cyber-Mobbing durch digitale Kettenbriefe aufzuklären und ihnen die Angst vor Gruselfiguren wie "Momo" zu nehmen. Die animierte Monsterpuppe, die über Messengerdienste Verbreitung finde, mache Kindern Angst und bedrohe sie mit drastischen Konsequenzen, wenn sie bestimmte Aufgaben nicht erfüllen, erläuterte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte am Dienstag in Köln. Dies sei eine Form der Nötigung, die auf Kindern großen psychischen Druck aufbaue.

Eltern sollten ihre Kinder bei der Einrichtung und Nutzung von Messengerdiensten begleiten. Sie sollten ihrem Kind jederzeit Gesprächsbereitschaft über Erlebnisse, auch in der digitalen Welt, signalisieren und ihnen die Ängste angesichts solcher Figuren und ihrer Botschaften nehmen, unterstrich Verbandssprecher Josef Kahl. Denn: "Momo gibt es nicht, sie ist eine Kunstfigur, ein Gerücht; Internetnutzer können unter ihrem Namen gruselige Kettenbriefe verschicken und zu 'Challenges' aufrufen."

Der Mediziner verwies ausdrücklich auf die Option, beim Erhalt solcher Ketten- und Drohbriefe Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Die Verbreitung von Teilnahmeaufforderungen mit Hilfe vorsätzlicher Drohungen stellten den Straftatbestand der Nötigung dar, erklärte Kahl und appellierte an Eltern: "Machen Sie Ihrem Kind klar: keinesfalls weiterschicken, sondern löschen." Auch sollten Kinder keine persönlichen Daten weitergeben oder Anhänge mit Verknüpfungen öffnen.

Zudem sollten Betroffene darauf achten, dass selbst gut gemeinte Warnungen vor "Momo" und anderen Horrorfiguren nicht weitergeleitet werden sollten, rät der Medizinerverband. Denn auch solche Nachrichten trügen letztlich zur Verbreitung von Gerüchten und Hysterie bei.

Kindergarten warnt Eltern vor "Momo": Brief veröffentlicht

Ein Kindergarten hat wohl Zettel verteilt, die Eltern vor der "Momo"-Challenge warnen. Das geht aus einem auf Facebook veröffentlichten Schreiben hervor, worin es heißt: "Bitte sprechen Sie mit ihrem Kind darüber, denn selbst unsere Kindergartenkinder hat es schon erreicht!!! Schützen Sie ihr Kind, damit es nicht in solch eine Situation kommt und lassen es kein Youtube oder Youtube Kids mehr schauen!!!"

Der Brief geht dabei insbesondere auf "Peppa Wutz"-Videos ein, die unter Kindern beliebt und via Youtube zu sehen sind. Um welchen Kindergarten "Regenbogenland" es sich dabei handelt, ist derzeit noch unklar. Allein in Bayern existieren zahlreiche Kindergärten mit diesem Namen - zum Beispiel im mittelfränkischen Roßtal.

Update 15.3.19: Polizei dementiert: Schülerin nahm Tabletten wohl nicht wegen "Momo"

Wie die Polizei München am Freitag (15. März 2019) bekannt gab, gibt es einen neuen Ermittlungsstand im Fall des Selbstmordversuches einer 13-jährigen Schülerin. Demnach habe sich der Verdacht, dass die Schülerin Tabletten geschluckt hat, nachdem sie Nachrichten der Horrorfigur "Momo" erhalten hat, nicht erhärtet.

Demnach hätten Ermittlungen der Beamten ergeben, dass das Verhalten des 13-jährigen Mädchens auf private Probleme mit nahestehenden Personen zurückzuführen sei, zitiert die Süddeutsche Zeitung die örtliche Polizei.

Die Schülerin war nach der Tabletteneinnahme im Krankenhaus gelandet. Zunächst war angenommen worden, dass "Momo" eine zentrale Rolle in diesem Fall spielen würde. Nun hat die Münchner Polizei ihre Angaben korrigiert.

Horrorfigur "Momo": Polizei München warnt vor Kettenbrief

Die Polizei München warnt vor dem Kettenbrief und gibt wichtigen Hinweise. Der Hintergrund für das Vorgehen der Münchner Polizei ist wohl ein Fall, bei der sich eine 13-Jährige beinahe das Leben nahm. Die Horrorfigur "Momo" ist demnach zurück und soll neuerdings in Videos bei Youtube oder dem Computerspiel Fortnite auftauchen. Was es damit auf sich hat und warum jetzt auch wieder die Polizei vor der Momo-Challenge warnt, lesen Sie hier:

  • Das angeblich tote Mädchen "Momo" tauchte zuerst auf Whatsapp als Kettenbrief auf
  • Nun ist es auch außerhalb von Whatsapp zu sehen
  • Besonders perfide: "Momo" taucht in Kindervideos auf Youtube auf
  • Außerdem ist sie im Computerspiel "Fortnite" zu sehen
  • Momo-Erfinder Keisuke Aiso hat die Horrorfigur offenbar vernichtet
  • Polizei München warnt vor Momo-Challenge und Kettenbriefen - der Hintergrund ist wohl ein aktueller Fall

Bereits im letzten Jahr kursierte die "Momo-Challenge" vermehrt auf WhatsApp. Über einen Kettenbrief gelang sie an verschiedene Nutzer und erreichte auch Franken. Die Polizei Mittelfranken warnte im November 2018 ausdrücklich vor dem vermeintlichen Geist des toten Mädchens "Momo", der Jugendliche über den Messenger-Kanal zu gefährlichen Mutproben herausfordert. Für ein Kind aus Frankreich kam allerdings jegliche Warnung zu spät. Der 14-jährige Junge nahm sich auf Grund des Spiels das Leben. Wie die Momo-Challenge genau abläuft und welche Auswirkungen sie auf Franken hatte, lesen Sie in unserem ausführlichen Artikel zum Thema.

Update 14.03.2019: Schülerin (13) begeht beinahe Selbstmord

Bereits am 13. März hatte die Polizei in München vor dem Verbreiten des Momo-Kettenbriefs gewarnt (siehe unten) - nun scheint auch klar, warum die Beamten das Thema derart forcieren. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, habe eine 13-Jährige in München versucht, sich das Leben zu nehmen. Demnach habe die Jugendliche sich durch die Horrorfigur so unter Druck gesetzt gefühlt, dass sie schließlich versuchte, sich mit Tabletten umzubringen.

Update, 13.03.2019: Polizei München: Wer Momo-Kettenbrief weiterleitet, begeht Straftat

Nachdem die Horrorfigur Momo erneut vermehrt in Deutschland auftaucht, hat die Münchner Polizei einen Präventionshinweis bezüglich der "Momo-Challenge" veröffentlicht. "Der Polizei liegen Erkenntnisse über eine ansteigende Verbreitung von Teilnahmeaufforderungen zur sogenannten Momo-Challenge vor", heißt es in dem Bericht. Die Polizei München weist ausdrücklich darauf hin, dass die Verbreitung von Teilnahmeaufforderungen mit vorsätzlichen Drohungen regelmäßig eine Straftat darstellt und dementsprechend als Nötigung verfolgt wird.

Problematisch ist aus Sicht der Polizei also vor allem die Androhung von teils drastischen Konsequenzen für den Fall des Nicht-Weiterleitens der Momo-Nachricht. Auf diese Weise werde auf die Betroffenen, meist über einen längeren Zeitraum hinweg, ein psychischer Druck aufgebaut, der zu gefährlichen Situationen führen könne, beziehungsweise durch den Urheber für kriminelle Aktivitäten genutzt werden könne.

Grundsätzlich, so der Hinweis der Polizei, sollten Erziehungsberechtigte ihre Kinder über einen sorgsamen Umgang mit Medien aller Art sensibilisieren. Im Hinblick auf die Verbreitung sogenannter Kettenbriefe gilt insbesondere:

  • Ungewöhnliche Nachrihcten mit nahestehenden Personen bespreche
  • Kettenbriefe keinesfalls weiterschicken, sondern löschen
  • Keine persönlichen Daten preisgeben
  • Keine Anhänge oder Verknüpfen wie Links öffnen
  • Unbekannte Rufnummern blockieren oder sperren
  • Anzeige erstatten, sofern es für den Empfänger zu bedrohlichen Zwangssituationen kam

Update, 11.03.2019: Erfinder tötet Momo

Der japanische Künstler Keisuke Aiso (43), Erfinder der Skulptur "Mother Bird", hat in einem Interview mit dem Magazin The Sun bekannt gegeben, dass er seine Figur vernichtet hat. Die Figur wird im Internet als "Momo" für die gleichnamige Challenge missbraucht, für die sich Aiso mitverantwortlich fühlt.

Um den Internet-Spuk ein Ende zu setzen, hat Aiso nun offiziell verkündet: "Es gibt sie nicht mehr, sie sollte nie von Dauer sein. Die Kinder können beruhigt sein, Momo ist tot - sie existiert nicht mehr und der Fluch ist weg." Die Kunstfigur ist tot und soll verdeutlichen, dass hinter dem angeblichen Fluch nur eine ausgedachte Geschichte steckt.

Momo-Challenge kehrt zurück - aber nicht auf WhatsApp

Nun ist Momo wieder zurückgekehrt und tyrannisiert dieses mal eine andere Plattform. Wie die englische Zeitschrift "Daily Mail" berichtet, ist Momo neuerdings auch auf Youtube präsent. Besonders erschreckend: Die Gruselfigur soll in Videos für Kinder erscheinen. Sie taucht mitten in Cartoons wie "Peppa Wutz" oder in Videos über das Computerspiel "Fortnite" auf.

Plötzlich Gewaltszenen in angeblich kinderfreundlichen Videos

Nun warnen auch mehrere Schulen in England vor den Videos. Sie erhielten besorgte Briefe der Eltern, woraufhin die Schulleitungen Mitteilungen auf den Social Media Kanälen und ihren Internetseiten veröffentlichte. Wie eine Grundschule aus Haslington berichtet, würden die Videos erst kinderfreundlich sein und anschließend Gewaltszenen zeigen. Wer genau für die Verbreitung der Momo-Challenge verantwortlich ist und wer der Urheber des Bildes ist, konnte bislang noch nicht festgestellt werden.

Immer wieder sorgen Kettenbriefe in sozialen Netzwerken für Aufregung. So machte im Frühjahr 2018 das Selbstmordspiel "Blue Whale Challenge" die Runde. Dieses forderte Gerüchten zufolge sogar einige Todesopfer. Vor der Blue Whale Challenge warnte die Polizei, unter anderem in Oberfranken.