Diese Geschichte stinkt zum Himmel - und beschäftigt nun sogar das Oberlandesgericht München. Nachdem die Käufer eines Hauses im oberbayerischen Zangberg (Landkreis Mühldorf am Inn) in ihr neues Heim eingezogen waren, stieg ihnen ein strenger Geruch in die Nase: Katzenurin. Ein Sachverständiger bestätigte, dass das ganze Haus "massiv" mit Katzenurin verseucht sei.

Deshalb wollen die Käufer von den Verkäufern Schadenersatz in Höhe von mindestens 45.000 Euro, um die Schäden beseitigen zu können. Der Mangel sei ihnen arglistig verschwiegen worden. Die früheren Bewohner allerdings wollen nicht zahlen. Sie argumentieren, die Erwerber hätten das Haus gekauft wie gesehen.

In erster Instanz war die Klage abgewiesen worden. Am Mittwoch (9.30 Uhr) verhandelt nun das Oberlandesgericht München den Fall.


Zu laut, zu lebhaft, manchmal bedrohlich: Tierisches vor Gericht

Zu laut, zu lebhaft, manchmal gar bedrohlich - geht es um Tiere und ihre Hinterlassenschaften, ist der Streit oft erst vor Gericht zu klären. Einige Fälle:

- Es ist als freudige Begrüßung gemeint. Doch weil Schäferhund Camillo zu stürmisch ist, geht eine ZAHNBRÜCKE ZU BRUCH. 7000 Euro fordert der betroffene Rentner von Camillos Besitzerin, doch deren Versicherung will zunächst nicht zahlen. Beim Oberlandesgericht München kommt es im Juni 2016 zum Vergleich: Die Versicherer müssen 3250 Euro überweisen.

- Laut quiekende MEERSCHWEINCHEN in einer Zuchtanlage der Universität Münster treiben eine Anwohnerin zur Verzweiflung. Das Verwaltungsgericht gibt ihr 2013 recht: Zwei Meter Abstand zwischen ihrer Grundstücksgrenze und den Käfigen seien zu wenig - die Nager sollen umziehen.

- Das Düsseldorfer Arbeitsgericht verbannt 2013 die DREIBEINIGE HÜNDIN Kaya aus einer Werbeagentur. Mitarbeiter fühlten sich belästigt und bedroht, die Arbeitsabläufe seien durch das Tier gestört, befindet die Richterin. Der Arbeitgeber hatte die Hündin nach Hause geschickt, ihr Frauchen erfolglos dagegen geklagt.

- Richter verbieten 2012 einem Mann aus Germersheim (Rheinland-Pfalz), mehrere Dutzend BRIEFTAUBEN in einer Wohngegend zu halten. Die dortigen Bewohner hätten einen Anspruch darauf, von Störungen wie Lärm und Taubenkot nicht belästigt zu werden.

- Eine Vermieterin wirft einem Mieter im Jahr 2009 vor, trotz Verbots einen Hund zu halten. Der Mann beteuert, BULLDOGGE Clyde lebe bei seiner Mutter auf derselben Etage. Dort erlaube ein älterer Mietvertrag das Tier. Clyde wurde in den Zeugenstand des Amtsgerichts Köln geladen. Dort wird klar: Die Seniorin wird mit dem großen Tier gar nicht fertig. Das Gericht gibt der Vermieterin Recht.

- MINI-SCHWEINE dürfen nach einem Urteil des Amtsgerichts München von 2005 nur dann in einer Wohnung gehalten werden, wenn sie die Mitbewohner des Hauses nicht gefährden. Das schwarze Hausschwein einer Münchnerin hatte beim Spaziergang in einer Panikattacke zwei Menschen verletzt. Das Tier muss ausziehen.