Hamburg
Ein Toter, sechs Verletzte

Messerattacke in Hamburger Supermarkt: Polizei durchsucht Flüchtlingsunterkunft

Mit einem Küchenmesser hat ein Mann in Hamburg mehrere Menschen in einem Supermarkt attackiert. Ein Mensch starb. War es ein Anschlag?
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Polizeibeamte sichern am 28.07.2017 in Hamburg Spuren vor einem Supermarkt, in dem am Nachmittag ein Mann eine Person tötete und vier verletzte. Der mutmaßliche Täter wurde verletzt festgenommen. Foto: Markus Scholz/dpa
Polizeibeamte sichern am 28.07.2017 in Hamburg Spuren vor einem Supermarkt, in dem am Nachmittag ein Mann eine Person tötete und vier verletzte. Der mutmaßliche Täter wurde verletzt festgenommen. Foto: Markus Scholz/dpa
Nach der Messerattacke in einem Hamburger Supermarkt hat die Polizei eine Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Langenhorn durchsucht. Dort soll der 26-jährige Angreifer gelebt haben. Der Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hatte am Freitag einen 50-Jährigen getötet und sechs weitere Menschen zum Teil schwer verletzt. Unklar ist weiter sein Motiv. Auch zum Ergebnis der Durchsuchung sagte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen zunächst nichts. Neue Erkenntnisse werden von einer Pressekonferenz von Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) und der Polizei am Mittag (12.00 Uhr) erwartet.

Der Angreifer wurde nach Behördenangaben in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren, hatte Schutz in Deutschland gesucht und war eigentlich ausreisepflichtig.

Bei einer Messerattacke in einem Hamburger Supermarkt ist ein Mensch getötet worden. Fünf Menschen wurden nach Angaben der Polizei durch Messerstiche teils schwer verletzt, ein weiterer wurde verletzt, als er half, den Tatverdächtigen zu überwältigen.

Bei dem Mann mit dem Messer handelt es sich der Polizei zufolge um einen 26-Jährigen, der in den Vereinigten Arabischen Emiraten geboren wurde. Sein Motiv blieb unklar. Die Polizei ermittelte in alle Richtungen. Unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete der "Tagesspiegel", der Verdächtige sei den deutschen Behörden als Islamist bekannt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur gehen die Sicherheitsbehörden auch Hinweisen auf salafistische Bezüge nach. Offen ist demnach aber, was das ausschlaggebende Motiv für die Tat war.

Der Mann war am Freitagnachmittag in einer belebten Einkaufsstraße im Stadtteil Barmbek in das Geschäft gekommen und hatte der Polizei zufolge mit einem Küchenmesser wahllos auf Kunden eingestochen. Anschließend flüchtete er, wurde aber von Passanten verfolgt und schließlich überwältigt. Seine Staatsangehörigkeit müsse aber noch geklärt werden. Hinweise auf einen zweiten Täter gab es laut Polizei zunächst nicht.


Augenzeugen: Messerstecher rief "Allahu Akbar"

Augenzeugen berichteten, der Täter habe auf seiner Flucht mehrfach "Allahu Akbar". Dies bedeutet übersetzt "Gott ist groß". Es gab in der Vergangenheit mehrfach Terroranschläge islamistischer Extremisten, bei denen die Täter diesen Ausruf verwendeten.

Nach Angaben der Polizei waren an den Ermittlungen Mordkommission und Staatsschutz beteiligt. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Einschätzung seriös nicht möglich", sagte ein Sprecher der Polizei am Nachmittag zu einem möglichen Terror-Hintergrund der Tat. Ein Raubmotiv schloss die Polizei aus.

Ein 50-jähriger Mann starb bei der Messerattacke. Daneben wurden eine 50-jährige Frau und vier Männer (64, 57, 56, 19) durch Messerstiche zum Teil schwer verletzt. Ein 35-Jähriger wurde zudem bei der Überwältigung des Messerstechers verletzt.

Kurz nach der Tat sicherten schwerbewaffnete Polizisten den Tatort. Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot an, auch ein Rettungshubschrauber landete auf der Fuhlsbütteler Straße. Es komme zu Straßensperrungen, teilte die Polizei mit. "Bereich bitte weiträumig umfahren!", schrieb sie bei Twitter.


Am frühen Abend waren die meisten Einsatzkräfte wieder abgerückt. Beamte der Spurensicherung untersuchten in weißen Schutzanzügen den Tatort.


Polizei bittet um Fotos und Videos zur Messerattacke

Die Polizei bat am Abend um Mithilfe. Auf Twitter wies sie auf ein entsprechendes Portal hin, das die Beamten dafür aktiviert haben. Darauf können selbst erstellte Videos und Fotos des Tatgeschehens hochgeladen werden (https://hh.hinweisportal.de/). "Bitte nur eigenproduzierte Bild- und Videodateien heraufladen", bat die Polizei. Für allgemeine Hinweise sollten sich Zeugen an eine Polizeidienststelle in der Nähe wenden, in dringenden Fällen sei die Notrufnummer 110 zu wählen.


Edeka spricht Opfern Mitgefühl aus

Der Lebensmittelkonzern Edeka sprach allen Opfern und ihren Angehörigen sein "tiefstes Mitgefühl" ausgesprochen. "Wir sind tief betroffen", teilte Edeka am Freitag schriftlich mit. Den Mitarbeitern des Marktes sei umgehend psychologische Hilfe angeboten worden. Edeka dankte allen Einsatzkräften.