Hinzu kommt, dass Horst Seehofer irgendwie das Feindbild abhanden gekommen ist. Die Freien Wähler im Landtag suchen noch immer nach ihrer landespolitischen Kompetenz, den Grünen hat die CSU die Themen geklaut, die FDP kommt nicht mehr aus dem Sauerstoffzelt, und mit der SPD streitet sich's schlecht in München, wenn man in Berlin mit ihr regieren muss.

Wenn er doch wenigstens innerparteiliche Kritiker hätte, die sich auf Augenhöhe mit ihm anlegen. Markus Söder zum Beispiel. Der Finanzminister ist nach der Seehofer-Breitseite Ende 2012 nur scheinbar trotzig abgetaucht. Er lauert geschickt darauf, dass sich sein Parteifreund endgültig in eine Sackgasse manövriert. Und die Möchtegern-Seehofers gleich mit. Die Zeit arbeitet für Markus Söder.