Berlin
Umfrage

Mehr Freizeit statt mehr Geld? Verdi-Umfrage zeigt eindeutigen Trend

Laut einer aktuellen Umfrage der Gewerkschaft Verdi würde die Mehrheit der Arbeitnehmer lieber auf mehr Geld verzichten und dafür mehr Freizeit haben.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Mehrheit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst würde mehr Freizeit mehr Geld vorziehen. Das hat eine aktuelle Verdi-Umfrage ergeben. Symbolfoto: pixabay.com/rawpixel
Die Mehrheit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst würde mehr Freizeit mehr Geld vorziehen. Das hat eine aktuelle Verdi-Umfrage ergeben. Symbolfoto: pixabay.com/rawpixel

Eine Mehrheit der Beschäftigten im öffentlichen Dienst hätte einer neuen Umfrage zufolge lieber kürzere Arbeitszeiten als mehr Lohn. Hätten sie die Wahl, dann würden 57 Prozent der Befragten die tariflichen Gehaltssteigerungen zur Verkürzung ihrer Arbeitszeit eintauschen, ergab die Erhebung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Befragt wurden mehr als 210.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst und bei Arbeitgebern, die sich an Tarifverträgen des öffentlichen Diensts orientieren.

Verkürzung der Wochenarbeitszeit offenbar beliebtes Modell

Besonders eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit käme laut der Umfrage für viele in Frage: Hierfür sind 60 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen, die eine solche Umwandlung zugunsten freier Zeit befürworten. 45 Prozent von ihnen würden lieber mehr freie Tage haben und je rund 30 Prozent wünschen sich ein Zeitkonto, um entweder länger in den Urlaub zu fahren oder früher in Rente zu gehen.

Verdi-Chef Frank Werneke sagte: "Angesichts der Personalkürzungen der letzten Jahre und der dadurch immer höher werdenden Belastungen im öffentlichen Dienst ist der Wunsch nach Entlastung deutlich erkennbar." Im kommenden Herbst verhandeln Verdi und der Beamtenbund dbb über die Tarife im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen.

Währenddessen geht es in anderen Bereichen nicht um Arbeitszeit, sondern um Arbeitsplätze. Vor allem im Automobilsektor: In Franken gerieten zuletzt mehrere große Automobilzulieferer in Bedrängnis. Michelin kündigte an, sein Werk in Hallstadt zu schließen. Auch Brose will in den nächsten Jahren massiv Stellen abbauen.