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Martinstag

Martinstag 2018: Entstehung und Bräuche in Franken - Warum feiern wir Sankt Martin?

Am 11. November 2018 wird wieder der Martinstag gefeiert. Hier gibt es alles Wissenswerte zur Entstehung, dem Brauchtum und dem Heiligen Sankt Martin selbst.
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Kinder halten ihren leuchtenden Laternen in die Höhe. Kinder ziehen in Grüppchen durch die Straßen und umklammern dabei ihre gut gefüllten Beutel, um sie an jeder Haustür erwartungsvoll vorzustrecken. Symbolfoto: Felix Kästle/dpa
Kinder halten ihren leuchtenden Laternen in die Höhe. Kinder ziehen in Grüppchen durch die Straßen und umklammern dabei ihre gut gefüllten Beutel, um sie an jeder Haustür erwartungsvoll vorzustrecken. Symbolfoto: Felix Kästle/dpa

Laternenumzüge kennt jeder, aber was hat es mit dem Brauch eigentlich auf sich. Wir erklären die Tradition um St. Martin und wie sie in Franken gelebt wird.

Der Martinstag am 11. November fällt 2018 auf einen Sonntag. Denkt man an diesen Tag, schießen einem sofort Laternenumzüge, Martinsgänse oder der Belzermärdl durch den Kopf - es gibt zahlreiche Bräuche und Riten.

Martinstag 2018: Wer ist Sankt Martin?

Der Legende nach teilte der um 316 in Ungarn geborene Sankt Martin als römischer Soldat in einem strengen Winter spontan seinen Mantel mit einem frierenden Bettler. Martin teilte seinen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Armen. In der Nacht darauf soll Martin einen Traum gehabt haben, in dem er den Bettler wieder sah und in ihm das Gesicht von Jesus Christus erkannte. Er lobte seine gute Tat als Sinnbild der Nächstenliebe. Seither wird er als Schutzpatron der Armen verehrt.

 

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Martin soll später ein wichtiger Kirchenmann geworden sein. Er ließ sich christlich taufen und wurde ein Geistlicher. Er lebte abgeschieden von anderen Menschen und gründete schließlich ein Kloster. Nach seiner Beerdigung am 11. November 397 wurde der Martinstag wegen Martins vorbildlichem christlichem Leben zu einem kirchlichen Feiertag.

Martinstag 2018: Wer feiert an Sankt Martin?

Nicht nur die Katholiken feiern den Heiligen, sondern auch die Protestanten. Die Verehrung des Heiligen Martins ist zudem nicht mehr der einzige Grund, wieso gefeiert wird: Es kam die Erinnerung an die Taufe Martin Luthers am 11. November 1483 dazu.

Laternenumzug und Co.: Bräuche um den Martinstag und Sankt Martin

Wenn man den Martinstag feiert, geht man üblicherweise zum Martinsumzug. Dabei wird die Szene mit dem Bettler nachgestellt und Kinder begleiten Sankt Martin mit Laternen. Meist verkleidet sich jemand als heiliger Martin mit Umhang und Schwert und reitet auf einem Pferd durch die Straßen voraus. Kinder zünden dann in ihren Laternen ein Licht an, singen Martinslieder und laufen hinterher. Angestimmt werden Strophen wie "Martin ist ein guter Mann, zündet ihm die Lichter an", "Laterne, Laterne, Sonne, Mond und Sterne" oder "Ich geh' mit meiner Laterne".

 

 

 

Der Brauch erinnert an die Überführung Martins in einer Lichterprozession nach Tours, einer Stadt im heutigen Frankreich. Außerdem sind die Lichterumzüge das Relikt alter, spätherbstlicher Feuer- und Lichtbräuche. Der Martinstag war während vergangener Jahrhunderte besonders auf dem Land von Bedeutung: Die Ernte war eingebracht, der Wein gekeltert und die Knechte und Mägde bekamen ihren Lohn.

Martinsgans und Co.: Bräuche um den Martinstag und Sankt Martin

Am Martinstag wurde zudem das Wirtschaftsjahr abgeschlossen. Das bedeutete aber auch, dass Pacht und Zinsen fällig waren. Diese Abgaben wurden zum Teil von den Bauern in Naturalien bezahlt, auch in Gänsen. Daher rührt die Martinsgans, aber auch weil sich die Menschen erzählten, dass Martin sich für das Bischofsamt zuerst nicht würdig fühlte. Er versteckte sich in einem Gänsestall, um nicht Bischof werden zu müssen. Aber die Tiere schnatterten so laut, dass Martin entdeckt wurde.

Bräuche um den Martinstag und Sankt Martin: Das Martinsfeuer

In einigen Gegenden versammeln sich die Menschen nach dem gemeinsamen Laternenumzug um ein Martinsfeuer. Wie Sankt Martins gute Tat soll dieses Freudenfeuer Licht in dunkle Zeiten bringen.

 

 

Martinstag 2018: Was ist ein Martinsweck?

Nach dem Umzug bekommen die Kinder oft einen Martinsweck. Das ist ein Männchen aus Hefeteig mit Rosinen-Augen und Pfeife aus Zuckerguss. In protestantischen Regionen hingegen werden oft sogenannte Luther-Brötchen anstelle von Weckmännchen verteilt. In Roßtal im Kreis Fürth heißen die Gebäck-Männchen Martinerla.

 

 

Martinstag 2018:: Was hat der Belzermärtel mit Sankt Martin zu tun?

Der Belzermärtel, Pelzmärtel oder auch Pelznickel tritt vor allem in Franken auf. Im Begriff Belzermärtel fließen die Bräuche zum Tag des Sankt Nikolaus und Sankt Martin zusammen, denn in Franken ist er wie der Nikolaus ein vorweihnachtlicher Gabenbringer.

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Der Belzmärtel hat seinen Ursprung in der Reformation, da die Protestanten den Brauch der katholischen Heiligen Nikolaus und Martin behalten wollten. Pelzmärtel leitet sich von Pelz ab, das von pelzen kommt, was "prügeln" bedeutet. Märtel steht für Martin, Nickel ist die Verkleinerungsform von Nikolaus.

Veranstaltungen: Martinstag 2018 in Franken

Auch in vielen Städten und Gemeinden in Franken wird der Sankt-Martinstag gefeiert. Dabei ist das Programm rund um die Martinsumzüge und Laternenläufe nicht nur für Kinder gemacht. Bereits vor dem 11. November 2018 gibt es Märkte zu diesem Gedenktag:

 

  • Pelzmärtel-Laternenumzug in der Erlanger Innenstadt
  • Martinimarkt auf Schloss Thurn in Heroldsbach
  • Martinikirchweih in Herzogenaurach
  • Martinikirchweih in Eltman
  • Martinimarkt in Roßtal
  • Martinimarkt in Kronach
  • Martinimarkt in Bad Windsheim
  • Martini-Jahrmarkt in Dinkelsbühl
  • Martinikirchweih in Herzogenaurach
  • Martinimarkt in Neustadt an der Aisch
  • Martinsritt in Forchheim