Bamberg
Telefonaktion

Lungenkrankheiten: Hoffnung durch neue Therapien

Leser dieser Zeitung bekamen von zwei Fachärzten Antworten auf alle Fragen zum Thema Lungenkrankheiten.
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Wenn sich eine Allergie trotz Spray nicht bessert, könnten neue Medikamente aus der Gruppe Lama mit bronchienerweiternden Wirkstoffen helfen.  Foto: Heiko Wolfraum/dpa
Wenn sich eine Allergie trotz Spray nicht bessert, könnten neue Medikamente aus der Gruppe Lama mit bronchienerweiternden Wirkstoffen helfen. Foto: Heiko Wolfraum/dpa

Lungenkrankheiten sind ein wichtiges Thema, wie die enorme Resonanz auf unsere jüngste Telefonaktion zeigte: Unsere beiden Experten beantworteten pausenlos die Fragen unserer Leser zu Lungenkrebs, Asthma, COPD und Allergien.

Bei den Telefonaten stellten Dr. Saleh Al Hamoud (Chefarzt der Lungenklinik am Bezirksklinikum Obermain) und Dr. Mohammed Saladin Maktabi (niedergelassener Lungenfacharzt in Bamberg) fest: "Chronische Erkrankungen der Lunge haben zugenommen. Viele Anrufer schilderten ihre Probleme in diesem Bereich."

COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) bezeichnet als Sammelbegriff eine Gruppe von Krankheiten der Lunge, die durch Husten, vermehrten Auswurf und Atemnot gekennzeichnet sind. In Deutschland gibt es etwa 6,8 Millionen Betroffene, womit COPD die Volkskrankheit mit der höchsten Steigerungsrate ist. "Diese Erkrankungen werden vor allem durch Rauchen verursacht und sind fortschreitend. Die Bronchien verengen sich immer mehr", erklären Hamoud und Maktabi. "Aber die Patienten müssen sich nicht geschlagen geben, die Behandlungsmöglichkeiten sind in letzter Zeit besser und moderner geworden."

Auch Allergien könnten zunehmend gut behandelt werden. So müssten Patienten jetzt nicht mehr wöchentlich zum Spritzen in die Praxis kommen, sondern können bequem Tabletten einnehmen. Dritter Schwerpunkt der Themen unserer Anrufer war die Krebsbehandlung. "Hier gilt die Immuntherapie als Revolution", sagten Al Hamoud und Maktabi. "Sie wird meist gut vertragen und bringt gute Prognosen."

Im Folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten Fragen und Antworten unserer Telefonaktion.

Ich habe eine pfeifende Atmung. Kann das Asthma sein?

Jein. Das muss untersucht werden mit Lungenfunktion, Asthma- und Allergietest.

Ich habe hohen Blutdruck und Asthma. Kann ich Betablocker nehmen?

Auch hier lautet die Antwort jein. Normalerweise nicht. Aber es gibt Betablocker, die selektiv wirken und besser verträglich sind. Das könnten Sie probieren.

Ich habe COPD und Beschwerden, obwohl ich schon viele Medikamente nehme. Was gibt es noch an Möglichkeiten?

Es gibt verschiedene Medikamentenkomponenten, die man kombinieren kann und die Besserung bringen. Auch die Inhalationstherapie kann helfen.

Ich habe Asthma und trotz meiner Behandlung mit Spray muss ich immer husten. Was soll ich tun?

Die Asthma- und die Lungenfunktion sollten erneut untersucht und die Therapie angepasst werden. Es gibt neue Medikamente aus der Gruppe "Lama", die zusätzlich bei Asthma eingesetzt werden können.

Ich bin tagsüber immer so müde und finde keinen erholsamen Schlaf. Welche Empfehlung haben Sie für mich?

Lassen Sie ein Schlafscreening beim Lungenfacharzt machen. Er überweist sie bei entsprechender Indikation ins Schlaflabor.

Ich habe den Eindruck, dass ich gegen Hausstaub allergisch bin. Was kann man da tun?

Diese Allergie trifft die oberen und die unteren Atemwege. Die Behandlung sollte deshalb sich nicht nur auf die Karenzmaßnahmen beschränken, sondern es könnte auch eine Hyposensibilisierung gemacht werden und eine antiallergische Therapie.

Ich habe COPD und mein Krankheitszustand verschlimmert sich laufend. Welche Therapieoptionen gibt es noch?

Die Therapie gegen die COPD hat sich in letzter Zeit erweitert, neben den Sprays zur Erweiterung gibt es inzwischen viele moderne Medikamente in Kombination. Es kommen auch noch viele Behandlungsmethoden hinzu, wie Behebung des Emphysems mit Einsatz von Ventilen und weitere Optionen. Aus diesem Grund sollte unbedingt ein Lungenfacharzt oder eine Fachklinik aufgesucht werden.

Ich habe seit fünf Monaten chronischen und trockenen Husten, verbunden mit Gewichtsabnahme. Was kann dahinterstecken?

Das muss dringend abgeklärt werden. Wenn Husten länger als vier Wochen anhält, kann man das nicht stehenlassen. Hinter solchen Beschwerden könnte ein Tumor stecken. Deshalb stellen Sie sich bitte schnellstmöglich beim Lungenfacharzt vor, er wird Sie röntgen, eine Lungenfunktion und weitere Untersuchungen machen.

Ich bin 85 Jahre alt und habe Lungenkrebs. Die Chemo habe ich nicht vertragen. Gibt es Alternativen?

Sprechen Sie mit Ihrem Onkologen. Eventuell kann er eine Immuntherapie einleiten.

Ich wurde vor zwei Jahren wegen Lungenkrebs operiert. Seitdem hat keine Nachsorge stattgefunden. Wäre diese notwendig?

Unbedingt. Die Nachsorge muss gemacht werden. Sprechen Sie gleich Ihren Arzt darauf an.

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