Berlin
Ernährung

Lieblingsessen, Gewohnheiten, Kaufanreize: Ernährungsreport 2018 vorgestellt

Was essen die Deutschen am liebsten? Wo wird überhaupt gegessen? Und was sind Kaufanreize? Viele Fragen, der Ernährungsreport 2018 hat Antworten.
Artikel drucken Artikel einbetten
Essen und Trinken: Für Viele ein Hobby, für Andere nur die Befriedigung eines Bedürfnisses. Foto: Symbolbild/pixabay.com/JESHOOTS
Essen und Trinken: Für Viele ein Hobby, für Andere nur die Befriedigung eines Bedürfnisses. Foto: Symbolbild/pixabay.com/JESHOOTS
Essen: Für Einige ist es die schönste Nebensache der Welt, für Andere nur ein natürliches Bedürfnis. In Deutschland werden täglich massenhaft Lebensmittel verzehrt. Doch was kommt eigentlich auf den Teller? Was beeinflusst uns beim Kauf von Produkten?
Der Lebensmittelreport 2018 gibt Aufschluss darüber: Christian Schmidt (CSU), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft stellte ihn am Mittwoch (3. Januar 2018) in Berlin vor.

Der Ernährungsreport 2018: Den Bericht beziehungsweise Report führte das Marktforschungsinstitut "FORSA" im Auftrag des Ministeriums durch. Dafür wurden 1000 Bürgerinnen und Bürger nach ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten gefragt.


Wo isst Deutschland?

Laut Bericht essen tatsächlich nur 69 Prozent der Befragten täglich eine selbst zubereitete Mahlzeit zu Hause. Es besteht eine Tendenz zum essen unterwegs: Bei rund 43 Prozent sind "kleine und große Mahlzeiten" unterwegs beliebt. Doch wie sieht es mit Essen gehen aus?

Jeder Fünfte geht mindestens ein Mal in der Woche essen. 74 Prozent gehen mindestens ein Mal im Monat ins Restaurant. Und lediglich fünf Prozent gaben an, nie im Restaurant zu essen.

Fakt: Männer geben mit 7,90 Euro im Durchschnitt deutlich mehr für den Mittagstisch aus als Frauen mit 6,20 Euro.


Was isst Deutschland?

Obst und Gemüse sind mittlerweile fester Bestandteil des deutschen Ernährungsbewusstseins: 72 Prozent gaben an täglich davon zu essen. Ebenfalls täglich konsumieren 65 Prozent der Befragten Milchprodukte, wie Käse, Quark oder Joghurt.

Nur bei jedem Dritten landet jeden Tag Wurst oder Fleisch auf dem Teller (exakt 30 Prozent gaben das an).
Und was wird getrunken? Die beliebtesten Getränke werden heiß getrunken und machen wach: Kaffee und Tee. Neun von zehn befragten Menschen trinken mindestens eine Tasse davon jeden Tag (91 Prozent). Stark gelitten hat der Ruf der "Soft-Drinks", wie Cola, Fanta und Co. Lediglich 24 Prozent gaben an, täglich davon mindestens ein Glas zu trinken.


Gesunde Ernährung oder Junk-Food?

In der Gruppe der unter 18-Jährigen sagen vier von fünf Befragten, dass es ihnen wichtig ist, sich gesund zu ernähren. Die Gruppe der "Generation 60+" sieht das sogar noch extremer: 96 Prozent stehen auf gesunde Ernährung!


Welche Faktoren entscheiden beim Kauf?

Kriterium Nummer eins der Deutschen ist der Geschmack! Was einem nicht schmeckt, wird aus dieser Logik heraus, nicht gekauft. Direkt dahinter landet das Kriterium "Regionalität": Für 78 Prozent ist es bedeutend, dass das angebotene Produkt aus der eigenen Region kommt. Daraus lässt sich auch eine Tendenz ableiten, lokale und regionale Landwirtschaft zu unterstützen.

Genau hingeschaut: Beim Thema "Regionalität" ist es Frauen deutlich wichtiger als Männern, dass die heimische Produktion angekurbelt wird. 85 Prozent aller befragten Frauen und "nur" 70 Prozent aller Männer unterstützen dies.
Auf den Plätzen drei und vier landen die Kriterien "Preis" und "Inhaltsstoffe". Jeweils 57 Prozent nennen dies, als entscheidende Faktoren.


Wie informieren sich Konsumenten über Produkte?

Die Digitalisierung macht auch nicht Halt vor dem Supermarkt. Mit 42 Prozent aller Befragten nimmt das Internet (unabhängig davon, ob am PC oder mobil über das Smartphone) einen bedeutenden zweiten Platz ein. Auf Platz eins jedoch befindet sich immer noch die Information vor Ort, im Laden. 69 Prozent gaben an, sich durch ein vor Ort verfügbares Informationsangebot beeinflussen zu lassen.

Fact: Thema Ernährungsbildung - 91 Prozent sagen, dass es bereits in der Grundschule wichtig ist, Kindern eine gesunde Ernährung zu vermitteln und ein Bewusstsein dafür zu schaffen. Dies gilt unabhängig davon, ob im Haushalt der Befragten Kinder leben oder nicht.