Spektakuläres Zugunglück mit glimpflichem Ausgang: Ein leerer ICE ist in der Nacht zum Freitag in Frankfurt am Main entgleist. Der Zug fuhr gegen einen Prellbock und landete zum Teil auf dem Bahnsteig. Bei dem Unfall im Stadtteil Griesheim wurde niemand verletzt, auch der Lokführer blieb unversehrt, wie eine Sprecherin der Bahn am Freitagmorgen sagte.

Der Unfall ereignete sich nach Bahn-Angaben um 1.39 Uhr. Der ICE war als Leerfahrt auf dem Weg zur Wartung am Bahnhof Frankfurt-Griesheim. Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar. Auch die Höhe des Sachschadens wird noch ermittelt.

Der Teil des Zuges, der noch in den Gleisen stand, konnte schon am Vormittag abgeschleppt werden. Den Triebwagen zu bergen, der auf den Bahnsteig gesprungen war, gestaltete sich schwieriger. Dazu wurden zwei Spezialkräne aus Fulda geordert.

Am späten Vormittag sollte zumindest ein Gleis wieder für den S-Bahn-Verkehr freigegeben werden. Züge würden zunächst aber nur in halbstündigem Takt fahren, sagte eine Bahn-Sprecherin.

Aus Sicherheitsgründen müssen Oberleitungen, Signale und eine Unterführung auf mögliche Beschädigungen untersucht werden. Wie lange die Bergungsarbeiten insgesamt dauern, war zunächst unklar.

Von der Streckensperrung in Griesheim sind laut Bahn etwa 6000 Fahrgäste betroffen. Pendler können aber auf Straßenbahnen und Busse ausweichen. Auswirkungen auf den Regional- und Fernverkehr der Bahn gebe es durch den Unfall nicht.

Durch den Unfall kommt es jedoch auch auf anderen Strecken zu Beeinträchtigungen im S-Bahn-Verkehr. Die Züge der S2 fallen nach Angaben der Bahn zwischen Frankfurt-Höchst und Offenbach Ost aus. Die Linie S1 wird umgeleitet und hält nicht in Frankfurt-Nied und Frankfurt-Griesheim.