Von den nicht wenigen schon vorhandenen Wagnerfilmen hatte im vergangenen Wagnerjahr vor allem einer Konjunktur: Landauf landab wurde die zu seinem 100. Geburtstag 1913 herausgekommene, jetzt gründlich restaurierte erste deutsche Filmbiographie überhaupt gezeigt. Und wie seinerzeit gab es zum frühen Wagner-Stummfilm von Carl Froelich die dafür eigens komponierte Livemusik - schon aus rechtlichen bzw. monetären Gründen nicht etwa im Original, sondern kongeniale Adaptionen aus der Feder von Giuseppe Becce (1877-1973), dem Hauptdarsteller des Films.

Diese erste deutsche Filmmusik war der Auftakt von Becces Karriere als Filmkomponist, Kinodirigent und Verfasser von einschlägigen Standardwerken. Man darf also gespannt sein, was unser hauseigener Spezialist im Blog Ronalds Filmmusikwelt dazu zu sagen hat.
Giuseppe Becce sieht übrigens nicht nur Wagner ähnlich, sondern ein bisschen auch seinem Bamberger Landsmann und Gastronomen Francesco Biondolillo sowie Jean-Paul Belmondo, was schon für sich genommen hohen Schauwert hat.

Die "lebenden Bilder" des Films fesseln durch ihre üppige historische Ausstattung sowie hinreißende Opernszenen von annodazumal. Und natürlich ist es bewegend, wenn man Becce-Wagner vor über 100 Jahren ganz real vor dem Festspielhaus und der Villa Wahnfried (die ihm und dem Filmteam verschlossen blieben) flanieren sieht. Nicht zu vergessen Peps und Papo! Schon damals waren auch Wagners Haustiere wichtig. Die rekonstruierte Film-Fassung mit der von Bernd Schultheis synchronisierten, unter Frank Strobel eingespielten Musik hatte 2013 Premiere auf Arte und wird am 19. Januar ab 11.05 Uhr auf 3sat gesendet. Einschalten lohnt sich! Wer dann noch nicht genug von Wagner hat, sei auf unseren zumindest teilweise zeitlosen Wagnerjahr-Blog verwiesen.