Heute war für Til Schweiger ein stressiger Tag. Erst die Prozedur am roten Teppich, massenweise Autogramm- und Fotojäger und dann auch noch eine Meute Journalisten, die vor seiner Garderobe auf der Bravo-Super-Show in Nürnberg auf ein Interview warten. Die Medienvertreter haben nicht viel Zeit. Höchstens fünf oder zehn Minuten. Ein Graus für jeden Journalisten. Til Schweiger hingegen sieht die Situation gelassen. Er sitzt in seiner Kabine auf einem blauen Leder-Sofa, neben ihm seine Agentin. Er sieht müde und abgespannt aus. Doch an eine Verschnaufpause ist nicht zu denken: nach seinem Kassenschlager „Keinohrhasen“ soll zur Weihnachtszeit Schweigers Komödie „Eineinhalb Ritter“ in die Kinos kommen. Gedreht wird unter anderem auch in Bayern. Til Schweiger über seinen neuen Film und die Fortsetzung von Keinohrhasen 2, in schlappen sechseinhalb Minuten.
Herr Schweiger, in dieser Woche beginnen die Dreharbeiten zu ihrem neuen Film eineinhalb Ritter. Worum geht es?
Til Schweiger: Es ist eine Komödie, die im Mittelalter spielt. Rick Kavanian und ich besetzen die Hauptrollen. Rick ist ein türkischer Ritter, der mit mir zusammen die Prinzessin Herzelinde befreien muss, die angeblich der schwarze Ritter entführt hat.
In die Sie verliebt sind…
Ich bin unsterblich in sie verliebt, sie in mich auch, aber weil ich so schüchtern bin, kann ich ihr das nicht mitteilen. Ihr Vater, der König (Thomas Gottschalk), will sie an den Grafen Luitpold (Udo Kier) vermählen, der wiederum ein ganz fieser Möpp ist.
Warum gerade eine Ritter-Komödie?
Warum nicht? Das Drehbuch kam zu uns ich fand es total klasse.
Wie auch bei Keinohrhasen, sind Sie Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent. Warum übernehmen Sie in Ihren Filmen meistens alle Funktionen?
Mach ich nicht immer. Bei „Wo ist Fred“ war ich zum Beispiel nur Darsteller. Wenn man sich selbst die Geschichte ausdenkt, dann will man sie auch nicht unbedingt abgeben. Also, ist es besser hinter die Kamera zu gehen. Ist zwar sehr anstrengend und zweitaufwendig, aber dafür kommt ein Film heraus, hinter dem man stehen kann. Wenn ich nur Schauspiele, habe ich sehr wenig Einfluss auf das Gesamtergebnis.
Sie planen eine Fortsetzung von Keinohrhasen. War das von Anfang an geplant?
Wir haben schon während des Drehs gesagt, dass ein zweiter Teil kommen muss. Wenn der erste Teil die totale Flopp-Katastrophe gewesen wäre, dann hätten wir das nicht gemacht. Wir haben schon vor dem Kinostart an dem zweiten Buch geschrieben, da wir uns relativ sicher waren, dass der Film angenommen wird.
Wie wird die Liebesgeschichte fortgesetzt werden?
Im zweiten Teil wird es mehr darum gehen, was passiert, wenn die ersten Schmetterlinge nachlassen und der Alltag einzieht. Was passiert, wenn die erste Eifersucht kommt, wenn der andere nicht so funktioniert, wie man sich das eigentlich erträumt hat? Es wird wieder viel zu erzählen geben.
Für viele Zuschauer wurde Kein-ohrhasen zum Liebesratgeber. Glauben Sie, ein guter Ratgeber in Sachen Beziehungen zu sein?
Ich selbst sehe mich als keinen Ratgeber. Aber es war uns schon wichtig, im Film ein paar Messages in Form einer Komödie zu verpacken. In Keinohrhasen 2 sind sogar noch mehr Wahrheiten enthalten als im ersten Teil. Aber das ist ja nur meine subjektive Sichtweise, bzw., die meiner Co-Autorin. Sie sieht die Frauenseite, ich die Männerseite.
Aber keinen Ratgeber...
Nein, wir wollen mit Keinohrhasen aber keinen Ratgeber machen, sondern in erster Linie Unterhaltungskino.
Sie sind heute in der Show als Laudator zu Gast. Welche Musik-Künstler gefallen Ihnen?
Viel habe ich nicht gesehen. Ich habe gesehen, dass Bushido da ist. Den mag ich und der macht immer ganz gute Musik.