Die FT-Leserinnen und Leser dürfen sich von heute an auf einen neuen Fortsetzungsroman freuen, der Ausgabe für Ausgabe wieder hier auf der Freizeitseite zu lesen ist. Nach „Der zerrissene Rosenkranz“ präsentieren wir den Literaturfreunden erneut einen Kriminalroman. Er trägt den Titel „Der vierte Mörder“ und stammt aus der Feder des Bamberger Schriftstellers Thomas Kastura. Kastura publiziert unter anderem im Droemer-Verlag und hat im Frühjahr im FT-Buchverlag die Kriminalerzählung „Eine Leiche im Gärkeller“ veröffentlicht. Dieses Werk wird in Kürze auch als Hörbuch im FT-Buchverlag erscheinen. 
Herr Kastura, pünktlich zu Ihrem 40. Geburtstag hat Ihnen Ihr Verlag das erste druckfrische Exemplar von „Der vierte Mörder“ zugeschickt, seit einer Woche ist der Krimi im Handel. Machen Sie uns doch kurz neugierig, worauf sich die FT-Leser ab sofort Tag für Tag freuen dürfen!
Thomas Kastura: Im Advent geht bei der Kölner Polizei ein anonymer Drohbrief ein, wonach für den 23.12. ein verheerender Brandanschlag geplant ist. Klemens Raupach, einst erfolgreichster Ermittler der Kölner Kripo und jetzt in den Innendienst strafversetzt, nimmt sich inoffiziell des Falles an. Mit Hilfe seiner jungen Kollegin Photini kommt er dem Absender der Drohbriefe auf die Spur. Aber es stellt sich heraus, dass der Fall viel komplexer ist, als die beiden geahnt haben. Unter anderem hängt er mit rätselhaften Morden an mehreren Musikern zusammen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. Wo soll das Inferno stattfinden? Gibt es weitere Täter?
„Der vierte Mörder“ ist – wenn man die Kriminalerzählung „Eine Leiche im Gärkeller“ außen vor lässt – Ihr dritter Kriminalroman und das bisher umfangreichste Projekt. Fühlen Sie sich in diesem Genre zu Hause?
Es ist ja kein Zufall, dass sich Krimis anhaltender Beliebtheit erfreuen. Sie haben den Anschluss zum Gesellschaftsroman geschafft, viele aktuelle Themen lassen sich darin behandeln. Detektive sind moderne Sisyphos-Gestalten. Letztlich geht es immer um die vier letzten Dinge: Tod, Gericht, Gut und Böse. Aber im Krimi bleibt auch Raum für Alltagskomik, für befreiendes Lachen, bevor es wieder ernst wird. Sonst wären die existenziellen Fragen – wie im richtigen Leben – auf Dauer kaum auszuhalten.
In der Bamberger Literaturszene sind Sie eine feste Größe, viele Ihrer Werke spielen auch in der Region. Warum haben Sie diesmal Köln als Ort des Geschehens gewählt?
Ich will zeigen, wie Terrorismus entsteht, am Beispiel eines einzelnen, gar nicht so unsympathischen Menschen von Nebenan. Das U-Bahn-Netz einer Großstadt ist für einen Anschlag besonders anfällig, ein wunder Punkt der urbanen Gesellschaft. Doch in Köln gibt es auch Viertel, die mich stark an Bamberg erinnern: z. B. der Stadtteil Nippes, wo es etwas freundlicher und geruhsamer zugeht. Tür an Tür mit einem Mörder zu leben, ist aber hier wie dort nicht auszuschließen...
Wo und wann können wir Ihnen zuhören, wenn Sie aus Ihrem neuen Werk lesen?
Am 18.10. findet um 20 Uhr die Bamberg-Premiere des „Vierten Mörders“ im Buch & Medienhaus Hübscher statt. Zu diesem Anlass wird obergäriges Kölsch-Bier ausgeschenkt, um den Kulturaustausch zwischen Franken und dem Rheinland voranzubringen.
Hat „Der vierte Mörder“ das Zeug dazu, als Film zu erscheinen?
Ich schreibe sehr szenisch und erzähle aus den Perspektiven mehrerer Figuren, das lässt sich in einem Film gut umsetzen. Falls jemand das Buch verfilmen will, sollte aber eine gewisse Ambition dahinterstecken. Und der Hauptdarsteller sollte – wie Klemens Raupach – gern Heringe essen.
Verraten Sie uns zum Schluss noch, was wir demnächst aus Ihrer Feder lesen werden?
In diesem Jahr sind drei Bücher von mir erschienen – das müssen meine Leser (und ich) erstmal verdauen. Geplant sind momentan ein Jugendthriller und der nächste Raupach-Roman. Ein weiterer Bamberg-Krimi juckt mir auch schon in den Fingern. Zum Hören gibt es demnächst „Eine Leiche im Gärkeller“.