Der Titel ihrer Single „Das Beste“ scheint für Silbermond in den letzten Monaten Programm zu sein. Sowohl bei der Echo- als auch bei der Comet-Verleihung haben die vier Bautzener abgeräumt. Umso erfreulicher ist es, dass die derzeit erfolgreichste Band Deutschlands am 22. Juli auch auf dem Sternenfestival in Litzendorf (Landkreis Bamberg) auftritt.
Wart ihr schon mal in Bamberg?
Stefanie: Nein, noch nie. Aber wir haben eine Freundin, die dort studiert, sie hat uns schon viel von der Stadt erzählt.
Thomas: Sie hat uns angerufen und gesagt: „Kommt nach Bamberg!“ Also machen wir das jetzt. Außerdem haben wir schon mal in Coburg gespielt und das war eines der besten Konzerte, die wir je hatten. Darum freuen wir uns schon sehr darauf, jetzt auch zusammen mit den Bambergern eine richtig gute Party zu feiern.

Ihr habt sowohl den Echo als auch den Comet für den besten Live-Act bekommen. Woran liegt es, dass Ihr als Live-Band so erfolgreich seid?
Stefanie: Es gibt unglaublich viele Bands, die diese Auszeichnung verdient hätten und die mit ganz viel Leidenschaft Musik machen.
Im Grunde bekommt auch jede dieser Bands die Auszeichnung. Denn in Wirklichkeit besteht sie darin, dass die Leute, die vor der Bühne stehen, klatschen. Und auch darin, dass sie auf dem Nachhauseweg denken: „Dieses Konzert werde ich nicht so schnell vergessen.“ Ich glaube, dass unsere Musik vielen Menschen in Erinnerung bleibt, weil sie sie irgendwo berührt.
Auch auf dieser Tour engagiert Ihr Euch wieder für die regionalen Nachwuchsbands. Worum geht es da?
Andreas: Wir nehmen schon seit einiger Zeit junge Bands in unser Vorprogramm mit auf weil wir wissen, dass es für sie schwierig ist eine Plattform zu finden, auf der sie sich hinstellen können und sagen: das ist unsere Musik!
Stefanie: Unser Ratschlag an junge Bands ist: spielt, spielt, spielt! Wir sind früher zum Beispiel überall aufgetreten, wo eine Bühne stand.
Ihr setzt Euch aber nicht nur für Musiker ein, sondern engagiert euch auch politisch. Warum?
Thomas: Es gibt zu viele Sachen auf der Welt, die falsch laufen. Zum Beispiel, dass die G8-Staaten den Entwicklungsländern vor zwei Jahren zugesichert haben, die Entwicklungshilfe bis 2010 zu verdoppeln. Das ist aber nicht geschehen. Stattdessen ist es weniger geworden. Darum wollen wir bei dem Konzert „Deine Stimme gegen Armut“ während des G8-Gipfels laut sein und die Staatschefs an ihr Versprechen erinnern.
Das Gleiche gilt für den Klimaschutz. Wir spielen imJuli auf dem „Live Earth Konzert“ in Hamburg, denn es muss einfach jeder etwas tun. Sei es der große Stromkonzern, der umweltfreundlichere Varianten anbietet oder Leute wie du und ich, die Wasser und Energie sparen und mit diskutieren, wenn es darum geht, ob wir weiterhin Atomenergie nutzen wollen oder nicht.

Im Rahmen des Projekts „Laut gegen Nazis“ habt ihr Euch letzte Woche mit der Holocaust-Überlebenden Lucille Evergreen getroffen. Wie war diese Begegnung?
Stefanie: Ich habe für die Kampagne Ausschnitte aus der Biografie von Lucille Evergreen für ein Hörbuch vorgelesen. Sie persönlich zu treffen war sehr beeindruckend. Wir saßen da einer 82-jährigen Frau gegenüber, die so viel miterleben musste, die ihre Familie verloren hat und die jetzt einfach nur da saß und erzählt hat.
Das Ganze ging auf jeden Fall nicht spurlos an mir vorüber und ich habe auf der Rückfahrt im Zug noch viel über diese Begegnung nachgedacht.
Thomas: Ich denke, unsere Generation hat die Verantwortung, über die deutsche Geschichte einfach Bescheid zu wissen und darüber aufzuklären. Es ist schlimm was damals stattgefunden hat und unsere Aufgabe besteht jetzt darin, jede nachfolgende Generation immer wieder daran zu erinnern.
Ihr klingt ja wirklich sehr verantwortungsbewusst. In einem Interview habt ihr einmal über euch selbst gesagt, ihr wärt alle Streber. Stimmt das am Ende sogar?
Johannes: Haben wir das wirklich gesagt? Also das Wort Streber hat ja immer so einen negativen Beigeschmack, dabei ist ja an sich nichts Schlechtes dabei, wenn jemand zum Beispiel in der Schule gut ist. Wir waren aber trotzdem immer eher durchschnittlich.
Thomas: Wir sind aber schon sehr strebsame Menschen. Wir hatten immer unser Ziel vor Augen. Und wir sind diszipliniert. Das sind wir den Menschen schuldig, die zu unseren Konzerten kommen, sich ein Ticket kaufen und ein gutes Konzert erwarten.Denn das kannst du halt nicht geben, wenn du Drogen nimmst oder besoffen bist.