Seit 25 Jahren sind die Spatzen nicht mehr aus der Volksmusik wegzudenken. Am 12. Juli überträgt die ARD die Sendung „Sommerfest der Volksmusik“ live aus Südtirol. Die Sendung steht unter dem Moto „Die Kastelruther Spatzen“. Im Interview verriet Frontman Norbert Rier das Erfolgsrezept der Gruppe und welche Musik er noch mag.
Hätten Sie vor 25 Jahren gedacht, dass Sie solange in der Musikbranche erfolgreich sein werden?
Norbert Rier: Überhaupt nicht. Wenn mir jemand damals gesagt hätte, dass es so gut läuft, dann hätte ich ihn für verrückt erklärt.
Wie ist das Erfolgsrezept, um sich so lange auf der Bühne zu halten?
Jeder Künstler versucht, sein Bestes, das Richtige zu machen. Die Kastelruther Spatzen stehen hinter dem, was sie machen. Wir spielen Lieder, die aus dem Alltag gegriffen sind. Das ist das besondere. Die Zuhörer finden sich wieder in den Liedern.
Wenn Sie zurückblicken, würden Sie „Fehler“ vermeiden?
Spontan fallen mir keine ein.
Gibt es etwas, was Sie bereuen, getan zu haben?
Nein. Das Einzige, was schwer fiel, war, die Kinder nicht zu sehen, als sie noch klein waren. Wir spielten lange Konzerte und waren sonntags auch nicht zu Hause. Es ist nun mal nicht alles Gold, was glänzt.
Da wir gerade von Ihren Kindern sprechen. Welche Musik hören Ihre Kinder?
Die Kinder haben natürlich einen anderen Musikgeschmack. Aber sie hören auch unsere Musik und können die Texte mitsingen. Ich habe bemerkt, dass auch andere Jugendliche sich trauen unsere Musik hören. Das gefällt mir an der Musik: sie verbindet.
Und was für Musik hören Sie? Hören Sie sich Ihre eigene Musik an?
Ja, ich hören meine Musik aber auch andere. Schlager, Country- und Entspannungsmusik gefallen mir am Besten. Jede Art der Musik ist gut, wenn sie gut gemacht ist. Und jeder hat die Freiheit, die Musik zu hören, die er möchte.
Es wird gesagt, die Volksmusik stecke in der Krise. Die Zuschauerzahlen gehen zurück und auch die Verkaufszahlen der Tonträger. Merken die Kastelruther Spatzen etwas davon?
Insgesamt wirkt sich die hohe Arbeitslosigkeit extrem auf die Volksmusik aus. Die Leute sparen nun mal, wenn es ihnen schlechter geht. Logisch gibt es dann auch bei uns Höhen und Tiefen. Aber man muss auch mit weniger zufrieden sein. Das wichtigste ist, dass die Zuschauer nach dem Konzert zufrieden nach Hause gehen können.
Waren Sie bereits in Lichtenfels?
In Lichtenfels war ich schon mehrmals. Wir haben auch einen Fanclub in Lichtenfels. Ich freue mich schon auf das Open-air Konzert dort und hoffe, dass es super wird. Hauptsache, die Leute sind zufrieden.