Ihr aktuelles Album „Loose“ steht seit Wochen ganz oben in den Hitparaden. Nun präsentiert die Kanadierin ihren Musikmix auch live in Deutschland. Unsere Zeitung sprach mit der Sängerin, Mutter einer dreijährigen Tochter, über ihre Musik und ihre Zukunftspläne.
Ihr aktuelles Album „Loose“ klingt rauer als die vorherigen beiden Alben. Was hat sich geändert?
Nelly Furtado: Ich glaube, meine ersten Alben waren eher intellektuell, sie hatten eine andere Botschaft. In meinem ersten Album „Whoa, Nelly!“ ging es mehr um den Kopf, das Denken. Die zweite Platte, „Folklore“, war eher emotional. In den Songs von „Loose“ geht es um den Körper. Es ist düsterer, ich zeige, dass ich auch negative Gedanken habe. Auf den ersten Alben war ich noch idealistischer, jetzt habe ich mich auch den dunklen Seiten des Lebens geöffnet. Ich habe versucht, mehr mysteriöse, dramatische Elemente einfließen zu lassen.
In ihren Liedern mischen sie Elemente aus HipHop, Pop und Folklore. Wollen sie sich damit bewusst gegen eher gefällige Popmusik absetzen?
Dem Mainstream-Pop fehlt es, denke ich, oft an Originalität. Jeder sollte versuchen, originell zu sein. Ich habe viel investiert, um einen eigenen Stil zu entwickeln. Deshalb habe ich mich auch nie an nur einer Musikrichtung orientiert, etwa ausschließlich an HipHop oder R&B. Als Teenager habe ich diese Musik geliebt, aber ich wollte meinen eigenen Stil kreieren. Popmusik ist aber nicht generell seicht. Es gibt wundervolle Popsongs, ich liebe zum Beispiel Gnarls Barkley, Outkast oder No Doubt.
Mit Ihrer steilen Karriere der vergangenen Jahre müssten Sie sich Ihren Kindheitstraum, eine berühmte Sängerin zu werden, nun erfüllt haben – gibt es weitere Träume?
Diese letzten zwei Jahre waren einfach unglaublich, und ich habe viele meiner Träume erfüllen können. Im Fernsehen aufzutreten, war ein großer Wunsch von mir, der mit einer Rolle in der Serie „CSY:NY“ wahr geworden ist. Aber Träume braucht man immer wieder als Antrieb. Ich würde zum Beispiel gerne einmal in einem großen Film mitspielen. Und ich möchte mehr Lieder in anderen Sprachen singen. Vielleicht werde ich bald versuchen, meinem Projekt, eine ganze Platte auf Spanisch zu machen, ernsthaft nachzugehen. Ich will auf jeden Fall weiter machen, bis ich siebzig Jahre oder älter bin. Dann kann ich zwar nicht mehr so tanzen wie im Video zu „Maneater“. Aber vielleicht mache ich dann Jazz-Musik.