Sarah Connor ist Sängerin, Mutter, Ehefrau und hat in sechs Jahren über 5 Millionen Tonträger verkauft. „Soulicious“ ist der Titel ihres aktuellen Albums, auf dem die Lieder ihrer persönlichen Soulhelden aus den 60er und 70er Jahren in gecoverten Versionen zu hören sind. Im Rahmen der Coca-Cola-Weihnachtstour wird sie am 16. Dezember auf dem Nürnberger Volksfestplatz auftreten.
Sarah, in deinem letzten Video zu „Sexual Healing“ hast Du dich sehr freizügig gegeben und damit für Furore gesorgt…Was kommt als nächstes?
Sarah Connor: Ja, echt? Hab’ ich aber nichts darüber gelesen – zumindest nichts Negatives. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was als nächstes kommen wird. Ich habe momentan wieder mehr Lust auszugehen, weil ich in den vergangenen zwei Jahren so gut wie gar nicht in Clubs war. Wenn ich unterwegs bin, sammle ich viele neue Ideen. In letzter Zeit habe ich sehr gute Musik gehört, aber ich weiß noch gar nicht, wohin mich die Reise musikalisch führen wird. Ich werde bis Ende dieses Jahres noch meine Platte „Soulicious“ promoten, Fernsehauftritte machen, und mich dann Anfang nächsten Jahres ins Studio zurückziehen. Genaues kann ich noch nicht sagen, aber ich würde gerne eine Dance-Platte machen.
Also, wird dein nächstes Album eine Mischung aus Dance, Soul, Hip-Hop-Elementen und Elektro werden – eben so, wie wir es auch momentan aus den Charts kennen?
Ja, so ungefähr. Kennst Du das neue Lied von Rihanna „Please don’t stop the music?”
Ja, klar!
Die Single kickt mich total, wenn ich sie im Club höre. Natürlich bin ich in erster Linie Sängerin und produziere keine Techno-Songs, aber ich möchte einfach Popmusik machen, zu der man gut tanzen kann.
Auf deinem Album Soulicious lässt Du Soullegenden wie Marvin Gaye und Aretha Franklin wieder aufleben. Warum hast Du ein Album mit verschiedenen Coversongs gemacht? Du hättest ja auch eine ganz normale Pop-Platte machen können?
Dann hätte ich aber ein Pop-Album erst jetzt herausgebracht. Zu Beginn dieses Jahres war ich dafür noch nicht in Stimmung. Ich hatte ein ganz schlimmes Jahr mit meiner Tochter hinter mir und ich musste, damit es mir eben wieder besser ging, ins Studio gehen. Es gab Momente im letzten Jahr, da wusste ich nicht, ob ich überhaupt noch mal auftreten kann, weil ich so sehr in dieser traurigen Welt gefangen war. Im Januar habe ich mich mit meiner Plattenfirma zusammengesetzt und gesagt, dass ich einfach nicht bereit bin, meine eigenen Texte zu schreiben. Ich bin mit der Musik von Marvin Gaye, Gladys Knight aufgewachsen und hatte das Gefühl, mich mit dieser Musik besser auszudrücken. Im Studio habe ich alles aus mir herausgelassen. Ich habe mit einem Orchester zusammengearbeitet und das war genau das Beste für mich, um wieder in die Musik rein zu kommen. Jetzt habe ich mein Selbstbewusstsein wieder und meine Tochter ist nun vollkommen gesund.
Aber hat denn deine Plattenfirma nicht zuerst gezögert?
Es war uns natürlich bewusst, dass das ein Risiko ist, denn wir wollten ja alle auch Geld daran verdienen. Aber mittlerweile sind die Leute von meiner Plattenfirma Freunde von mir geworden. Sie haben mich und meine Familie im vergangenen Jahr sehr viel unterstützt. Sie waren froh, dass ich weitergemacht habe und sie sagten, dass sie mich als Künstlerin nicht verlieren wollen und wenn Soulicious das ist, was ich machen möchte, dann müssen wir dich einfach fördern. Ich habe mit meinem Plattenboss und Executive Producer, George, Tag und Nacht telefoniert und wir haben uns Songs hin und her geschickt. Ich fühlte mich meiner Plattenfirma gegenüber sehr verbunden.
Deine Kritiken zum Album sind bescheiden ausgefallen. Würdest du es noch mal machen?
Also, ich habe bis jetzt nur gutes gelesen. Klar, wurde auch viel Gemischtes geschrieben. Es gibt Leute, die sagen, dass sie so was von mir nicht hören wollen oder man darf generell nicht an solche Songs rangehen. Das war mir schon bewusst! Komme ich wieder emotional an diesen Punkt, würde ich es wieder machen. Ich will aber auch generell nicht ausschließen, dass es irgendwann Volume zwei oder drei geben wird.
Du hattest ja schon einmal die Chance gehabt und seither viele Features mit verschiedenen US-Stars gemacht. Hast du es nie bereut?
Natürlich! Aber ich war zu der Zeit schwanger und musste meine Prioritäten setzen. Vielleicht sollte es so sein, vielleicht war das aber auch nur der Anfang. Ich merke, dass ich sicherer geworden bin. Ich weiß jetzt, was ich will. Ich habe einen starken Mann an meiner Seite und wenn die Chance kommt, werde ich sie nutzen.
Wie kommt eigentlich der Rapper 50 Cent auf die Idee, dich als billige Kopie einer Christina Aguilera zu vergleichen?
Keine Ahnung! Musst Du ihn einfach mal selber fragen. Ich habe nicht mit ihm gesprochen. Ich hab’ ihn irgendwann mal auf einer Veranstaltung in Deutschland getroffen und da hat er mich angebaggert, aber das war’s. Ich glaube, er versucht nur Aufmerksamkeit zu bekommen, aber mich interessiert das nicht.
Connor ist ja dein Künstlername. Sarah stimmt soviel ich weiß….
Ja, und mittlerweile ist Terenzi mein privater Name.
Stimmt! Aber es gibt auch eine Figur namens Sarah Connor in Terminator 2. Manche Filmfans fragen sich, ob du den Namen geklaut hast?
Geklaut schon mal gar nicht! Es gibt ja auch in Amerika eine Million Michael Jacksons. Ich habe irische Vorfahren und Connor hat mir einfach gefallen. Du bist die Erste in Deutschland, die mich darauf anspricht. In England haben das ganz viele getan. Ich kannte den Film zuvor nicht, sonst hätte ich vielleicht einen anderen Namen gewählt.
Stimmt es, dass Du durch Hypnose versucht hast, das Rauchen aufzuhören?
Ist allerdings schon sieben Monate her, aber ich habe das Rauchen aufgehört. Ich weiß nicht, ob die Hypnose ausschlaggebend dafür war, aber bei mir hat es funktioniert. Ich habe mit meiner Freundin den Abend zuvor noch zelebriert und geraucht und bin jetzt so froh, dass ich das aufgegeben habe. Vor allem ist es für meine Stimme auch besser.