Er steht seit über zehn Jahren auf der Bühne, hat weltweit 13 Millionen Platten verkauft: Helmut Lotti. Am Freitag, 1. Juni, ist er in Bamberg. Vorab hat er mit unserer Zeitung gesprochen.
Herr Lotti, was erwartet die Besucher auf dem Bamberger Domplatz?
Helmut Lotti: In der ersten Hälfte werde ich etwas von Elvis Presley singen, und im zweiten Teil mache ich eine musikalische Weltreise mit 24 Musikern.
Sie beschränken sich als Sänger nicht auf eine Musikrichtung, singen Klassik, russische Volkslieder, Pop oder Rock` n Roll und probieren gerne immer wieder eine neue Musikrichtung aus. Doch was hören Sie selbst privat am liebsten?
Alles. Aber die Jazzmusik von Chet Baker finde ich zum Beispiel ganz toll.
Ihr neues Album heißt „The Crooners“. Als Crooner werden zum Beispiel Frank Sinatra, Elvis Presley oder der neue kanadische Shootingstar Michael Bublé bezeichnet. Was verbindet Sie mit diesen?
Dass ich gerne Melodien singe und der Gesang von Crooners ja auch ein sanfter, romantischer ist.
Was ist Ihr Lieblingslied?
„A long and winding road “ von den Beatles. (singt es kurz an)
Und Ihr Lieblingssänger?
Elvis. Ohne ihn wäre ich nicht der Musiker, der ich heute bin.
Wie sind Sie überhaupt zum Singen gekommen?
Ich habe mein ganzes Leben gesungen. In der Schule haben sie immer gesagt „Helmut, sing doch mal“ und dann „Wow, das ist gut“.
Sie bezeichneten sich in einer Talkshow als Popsänger, der keine Noten lesen könne und auch nur drei Akkorde auf einer Gitarre spiele, aber nicht so schön, dass er sich selbst begleiten könne. Gab es in Ihrer Karriere je Probleme, weil Sie keine Noten lesen können?
Nein. Probleme nicht. Nur einmal bei Christmas in Vienna war es etwas schwierig. Aber der Pianist und der Dirigent haben mir dann sehr geholfen. Ich wusste nicht, was ich singen sollte, und sie haben mir dann die Melodie vorgespielt.
Was würden Sie gerne noch singen?
Ich habe schon sehr viel gesungen, alles, was ich wollte, habe ich gesungen. Außer „A long and winding road “ von den Beatles – das habe ich noch nicht gesungen.
Dürfen wir uns darauf noch freuen?
Ich weiß nicht, ich entscheide ja nicht alleine, was ich singe.
Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
Viel Sport. Ich habe heute schon viele Interviews gegeben und bin dabei zwei Stunden auf meinem Rad in meinem Fitnessraum gefahren. Ich habe also mit vier Journalisten gesprochen und bin währenddessen 60 Kilometer geradelt.
Haben Sie nach einem Konzert erstmal genug vom Singen oder singen Sie dann noch in der Badewanne?
Das kommt schon vor. Auch nach einem Konzert. Oft fahren wir ja dann noch in der Nacht weiter zum nächsten Konzert in eine andere Stadt. Und dann kann es auch passieren – wenn dort im Hotel noch ein Pianist in der Bar spielt – dass ich noch mitsinge.
Haben Sie schon mal ans Aufhören gedacht?
Nein. Der einzige Grund, aufzuhören, wäre, wenn ich keinen Erfolg mehr hätte.
Über zehn Jahre stehen Sie nun schon auf der Bühne. Erinnern Sie sich an den schönsten Moment in Ihrer Karriere?
Ja, das war bei den World Music Awards 1997 in Monaco. Es war toll, niemand kannte mich, und ich habe den Music Award als Künstler mit den besten Verkaufszahlen in den Benelux-Staaten bekommen – und drei Küsse von Caprice Bourret. Sie war das Wonderbra Model und ich habe auf ihrem Dress gestanden. Und Celine Dion war da und Tyra Banks hat bei meinem Auftritt angefangen zu klatschen und alle haben dann mitgeklatscht.
Und Ihr peinlichster Auftritt?
Als ich von der Bühne runtergefallen bin, ganz am Anfang meiner Karriere. Es war zu viel Nebel auf der Bühne, ich sah nur das Mikrofon, aber nicht, dass es auf einem Vorbau stand. Als ich dann darauf zugegangen bin, bin ich von der Bühne gefallen.