Er war eine Ausnahmeerscheinung: musikalisch und menschlich. Tapfer ging Klaus Kreuzeder mit seiner Behinderung um, die durch eine Polio-Erkrankung im ganz frühen Kindesalter entstanden war, und galt schließlich als Saxophonist von Weltrang - was sich leider sein Leben lang finanziell niemals niederschlug.
Geboren wurde Kreuzeder 1950 in Forchheim, wuchs dort und in Altdorf bei Nürnberg auf. Seinen Rollstuhl nahm er als etwas ganz Selbstverständliches an, sagte er später des Öfteren, und seine Spielkameraden akzeptierten den Apothekersohn, ein frühes Beispiel für Inklusion. Mit Zwölf bekam er sein erstes Saxophon und machte rasche Fortschritte. Klassisch ausgebildet, liebte er den Jazz. Ein Jurastudium in Erlangen hing Kreuzeder bald an den Nagel. Die Zeiten in den frühen siebziger Jahren ermunterten einen sensiblen jungen Menschen auch zum Ausstieg aus geordneten bürgerlichen Bahnen.