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Netflix-Hit Tiger King: Deshalb sind wir verrückt danach - neue Folge verfügbar

Die Netflix-Serie "Tiger King" ist in kürzester Zeit zu einem absoluten Hit aufgestiegen. Was euch in der True-Crime-Dokumentation erwartet und warum wir so verrückt danach sind, erfahrt ihr hier.
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Tiger King: Murder, Mayhem and Madness
Jeff Lowe in der vierten Folge der Serie «Tiger King: Murder, Mayhem and Madness» (undatierte Aufnahme). Dieser enorme Erfolg dürfte viele überrascht haben. Denn die Serie «Tiger King: Murder, Mayhem and Madness» über exzentrische Großkatzen-Liebhaber hat sich bei Netflix innerhalb kürzester Zeit zu einem Riesen-Hit entwickelt. Foto: Foto: Netflix/dpa

Dieser enorme Erfolg dürfte viele überrascht haben. Denn die Serie „Tiger King: Murder, Mayhem and Madness“ über exzentrische Großkatzen-Liebhaber hat sich bei Netflix innerhalb kürzester Zeit zu einem Riesen-Hit entwickelt. Laut Branchenangaben soll es eine der derzeit am meisten gestreamten Serien weltweit sein. Der Hype in den sozialen Netzwerken ist enorm. Im Internet überschlagen sich die Fans vor Begeisterung, auch Promis wie Kim Kardashian und Gwyneth Paltrow meldeten sich zu Wort. Tatsächlich ist „Großkatzen und ihre Raubtiere“, so der deutsche Titel, eine unfassbar unterhaltsame und schräge Ablenkung in Corona-Zeiten – ein Phänomen!

Warum so viele so verrückt nach dieser True-Crime-Mini-Serie sind? Eigentlich soll hier davon erzählt werden, wie Joe Exotic, der Besitzer eines privaten Zoos im US-Bundesstaat Oklahoma, wegen versuchten Mordes vor Gericht landete. Das allerdings bietet nur den Rahmen für eine Geschichte, die einen mit jeder der sieben Episoden weiter überrascht und sprachlos auf dem Sofa sitzen lässt.

Tiger King Serie:  Al Pacino lässt grüßen

Der Mordvorwurf ist von Folge eins an bekannt. Der „Tiger King“, wie sich Exotic auch nennt, ist als schwuler Waffennarr mit blond gefärbtem Vokuhila aber auch ein extrem schillernder Protagonist: ein Countrysänger, der im Laufe der Jahre mehrere, deutlich jüngere Ehemänner hat – parallel. Außerdem will er Präsident der USA werden und tritt dann tatsächlich als Gouverneurskandidat an. Seinen Kampagnenmanager dafür findet er in der Waffenabteilung eines Walmart-Supermarktes.

Hinzu kommen all die Nebenfiguren: Ein verurteilter Drogenbaron, der Vorbild für Al Pacinos „Scarface“ gewesen sein soll, sowie Bhagavan „Doc“ Antle, ein weiterer Großkatzenzüchter. Der inszeniert sich deutlich intellektueller, fällt aber auch wegen seiner zahlreichen Partnerinnen und seiner ebenfalls dubiosen Tierzuchtpraktiken auf. Überhaupt fragt man sich, wie in den USA so viele Tiger gezüchtet und unter solchen Bedingungen gehalten werden können. Die Schattenseiten dieses Geschäfts sind erschütternd.

Joe Exotics Gegenspielerin wiederum ist Carole Baskin, die sich mit Blumenkranz im Haar als Tierschützerin geriert. Doch schnell erfährt man von den Gerüchten um ihren verschwundenen Ehemann und dessen verängstigter Ex-Frau samt Töchtern. Wenn kurz darauf Joe Exotic in einem seiner trashigen Musik-Clips auftaucht und ein Carole-Baskin-Double Fleisch an die Tiger verfüttern lässt, fällt einem vor Lachen die Chipstüte aus der Hand!

Humor nicht für jedermann - Erfolg gibt Autoren jedoch recht

Sicher, dieser Humor wird nicht allen gefallen. Doch viele sind schnell elektrisiert von diesem bizarren Ritt. Zudem gibt es seit kurzem eine weitere Folge zu dem Überraschungs-Hit über exzentrische Großkatzen-Liebhaber zu sehen. In der Aftershow gibt es nun ein Wiedersehen mit einigen Beteiligten der Serie. In den ersten sieben Folgen der True-Crime-Mini-Serie waren mehrere Inhaber von Privat-Zoos in den USA vorgestellt worden, die Tiger und Löwen unter fragwürdigen Bedingungen züchten und halten. Im Mittelpunkt stand dabei der „Tiger King“ Joe Exotic, der einen Mörder angeheuert haben soll, um die Tierschützerin Carole Baskin umzubringen. Er sitzt dafür mittlerweile im Gefängnis.

„Hey all you cool cats and kittens“, begrüßt Schauspieler Joel McHale in der nun achten Folge die Zuschauer mit dem aus der Serie bekannten Spruch von Baskin. In den folgenden 40 Minuten kommen unter anderem die neuen Inhaber von Exotics einstigem Zoo zu Wort (Lauren und Jeff Lowe), ebenso dessen Ex-Doku-Filmer sowie der ehemalige Polit-Kampagnen-Manager.

In kurzen Interviews erzählen sie Moderator McHale, wie es ihnen seit dem Ende der Serie ergangen ist. Jeff Lowe etwa berichtet, wie falsch er sich durch die ersten Episoden dargestellt fühlt. Überhaupt nutzen einige die Chance, ihre Sicht der Dinge zu schildern. Das ist längst nicht so unterhaltsam wie „Großkatzen und ihre Raubtiere“, wie die Serie in der deutschen Fassung heißt, sondern wirkt teilweise eher bemüht.

Kommt eine Verfilmung von "Tiger King" in die Kinos?

Hinzu kommt, dass außer Lowe keine der Züchter vor die Kamera treten. Stattdessen berichtet Tierpfleger Erik Cowie, dass er „Tiger King“ bisher gar nicht geguckt hat, und rechnet dafür mit seinem ehemaligen Chef ab: „Joe war ein Arschloch“, der am besten im Gefängnis bleiben sollte. Aussagen wie diese wiederum hinterlassen einen seltsamen Nachgeschmack – zumal Joe Exotic selbst nicht mit aktuellen Aufnahmen in der Show auftritt. Durch den gigantischen Erfolg könnte es außerdem bald eine Realverfilmung geben. „Friends“-Star Lisa Kudrow wird als Carole gehandelt – und Joe Exotic persönlich meldete sich aus dem Gefängnis: Er wünscht sich, dass Brad Pitt ihn spielt.