Die Dorst-Strecke war lang, aber sie ist zu Ende: Am Donnerstag hat auch mich altgedientes Wagner-Schlachtross, das seine erste Festspielaufführung vor über 40 Jahren erlebte, etwas Außermusikalisches im „Ring“-Zyklus 2009 angerührt, ja bezaubert. Es ist der neue Siegfried Christian Franz, der mit viel darstellerischer Intelligenz einen Menschentypus vorstellt, wie ihn auch Richard Wagner gemeint haben könnte: Sein Jung-Siegfried pfeift auf die Vergangenheit, lebt ganz im Hier und Jetzt, ist neugierig, spontan, impulsiv. Und wenn er schließlich das Fürchten lernt, legt er eine fast kindliche Scheu und Zartheit an den Tag, die der Tatsache, dass ihm eine Liebesnacht mit seiner Tante bevorsteht, alles Peinliche nimmt.

Falsche Töne trotz Ruhepause
Woraus sich zwangsläufig ergibt, dass die Brünnhilde Linda Watsons diesmal keine eklatante Fehlbesetzung ist.