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"Frankenstones" erobern die Region: Tausende Begeisterte beteiligen sich

Die Bewegung der #Frankenstones-Mitglieder erobert gerade in Windeseile die Region. Was es damit auf sich hat und was die Bewegung einzigartig und besonders macht, erfahrt ihr hier.
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Frankenstones
Die "Frankenstones" können sich in ihrer Ausgestaltung stark unterschieden, haben jedoch die selbe Intention. Menschen Freude bereiten. Foto: Foto: Maike Schiel/Privat

Seit einigen Monaten macht ein neuer Trend in Franken auf sich aufmerksam. Sie sind klein, bunt, kunstvoll gestaltet und gelegentlich auch politisch inspiriert. Die Rede ist von den #Frankenstones.

Ursprünglich stammt die Idee aus Verden an der Aller in Niedersachsen. Allerdings war die Aktion bereits dort schon nach kurzer Zeit so beliebt, dass sie aufgegriffen und für allerlei weitere Regionen adaptiert wurde. So auch mit der #Frankenstones Idee in Franken. Gegründet wurde die Facebook-Gruppe von Maike Schiel (45). „Die Entstehung war zufällig. Ich hatte den Post einer anderen Gruppe über das Sammeln und verzieren von Steinen gesehen und dann die Idee entwickelt, dass sich das auch für Bamberg anbieten würde“, erklärt die Lehrerin auf Nachfrage von inFranken.de.

Frankenstones: Tausende Menschen beteiligen sich und wollten Freude verbreiten

Seit der Gründung im März 2019 sammelt die Gruppe stetig neue Mitglieder. Mittlerweile zählt sie bereits über 13.000 „Frankenstones“-Anhänger. Für die Mitglieder geht es darum, die bunten Kunstwerke auf eine Reise schicken zu können. „Ein Stein von uns hat es bis nach Emden in Niedersachsen geschafft″, freut sich Klaus Bräun. Die Reise der Geröllfragmente führt gelegentlich auch auf andere Kontinente wie in die USA oder nach Afrika. Nachvollziehbar ist das, weil die Steine mit der Botschaft der Frankenstones-Gruppe und einer Bitte nach einem Post versehen sind. Und wer keinen Facebook-Account hat und auch partout keinen anlegen möchte, der hat die Möglichkeit seinen Stein mit einer ID zu versehen und darüber nachverfolgbar zu machen.

Maike Schiel ist allerdings wichtig, nicht das Ziel der Gruppe aus den Augen zu verlieren. Sie selbst schreibt in der Gruppe: „Das Ziel aller Stonies ist gleich. Wir bemalen Steine, um anderen Menschen eine Freude zu bereiten“. Den Motiven sind dabei (fast) keine Grenzen gesetzt. Von Oster-Motiven über andere Botschaften findet man auf den Steinen allerlei kunstvolle und verzaubernde Ideen.

So verzieren manche Menschen ihre Steine als kleine Tiere, andere wiederum versuchen sich an Replikaten bekannter Kunstwerke. Und wieder andere lassen schlichtweg ihrer Kreativität freien Lauf. Oft tragen die Künstler mit ihren Frankenstones auch besondere Botschaften in die Welt. Denn einer der Hauptziele sei, die Leute zum Lächeln zu bringen.

Die "Frankenstones" sollen Menschen Freude bereiten 

Wenn ein Mensch über ein Frankenstone-Exemplar mit einer besonders schönen Botschaft stolpert, dann kann es auch sein, dass er den Stein nicht gleich wieder auslegen möchte. Das sei auch vollkommen in Ordnung, wie der Sammler Klaus Bräun erklärt.

Die 25-jährige Franziska Röhling aus Pretzfeld in der Fränkischen Schweiz ist durch ihren Sohn auf die Gruppe der #Frankenstones aufmerksam geworden. „Er hatte mal einen Stein vor dem Kindergarten gefunden. Als ich ihm erklärt hatte, was so ein „Frankenstone“ ist, wollte er unbedingt auch einen Stein bemalen und auslegen."

Auch positive Effekte im Alltag sind bei ihr und ihrer Familie durch das Engagement in der Frankenstones-Gruppe auszumachen. „Wir gehen viel aufmerksamer durch die Welt. Schließlich könnte überall ein bemalter Stein sein. Und wenn wir einen finden, ist die Freude nicht nur bei den Kindern groß. Dasselbe gilt für das auslegen. Wenn wir in der Nähe von einem ausgelegten Stein sind, gucken wir gerne nach, ob das Steinchen schon gefunden wurde oder ob der Ablageort vielleicht doch etwas zu unauffällig gewählt wurde", erzählt Röhling.

In der Gruppe der Frankenstones-Anhänger sind das zu einem überwiegenden Teil Frauen. Doch das ist für die Gründerin nur nachvollziehbar. „Ganz ursprünglich sind die Menschen ja Jäger und Sammler gewesen. Und während Mann an solchen Dingen eher vorbeiläuft, sehen die Frauen, die Sammlerinnen auch mal etwas genauer hin“, meint Schiel.

Jeder kann bei den "Frankenstones" mitwirken

Selbst durch die anhaltende Coronavirus-Pandemie lassen sich die „Stonies“ nicht unterkriegen. Ganz im Gegenteil. „Es gibt jetzt schon eine neue Aktion. Die anderen haben zahlreiche Osterbrunnen mit Frankenstones dekoriert.“ So können die Steinverzierer anderen Menschen eine Freude machen und dennoch den notwendigen Abstand zu Mitmenschen einhalten.

Möchte man selbst an der Aktion der Frankenstones teilnehmen, reichen schon ein paar Steine die man verziert. Beispielsweise werden manche der Frankenstones mit weißer Wandfarbe grundiert, dann mit Acrylfarbe verziert und mit Lack versiegelt. Doch eine wichtige Regel müssen alle „Stonies“ einhalten. Plastikverzierungen wie kleine Augen oder auch Schleifen sind tabu. Die könnten nämlich gefährlich für die Tierwelt sein. Ganz zu schweigen von der Umweltverschmutzung.

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