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Franken-Tatort

Franken-Tatort: "Ein Tag wie jeder andere" erzielt Millionen-Quote - so lief der Krimi aus Bayreuth

Sonntagabend um 20.15 Uhr führte eine Mordserie die Ermittler im Ersten nach Bayreuth. Dabei erzielt "Ein Tag wie jeder andere" die zweitbesten Einschaltquoten eines Franken-Tatorts. Wie wir den fränkischen Krimi fanden, erfahrt ihr hier.
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Der Tatort in Das Erste kam am Sonntag um 20.15 Uhr aus Franken: In Bayreuth werden drei Menschen ermordet. Jede Stunde einer. Wer ist der Täter? Foto: BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Hendrik Heiden
Der Tatort in Das Erste kam am Sonntag um 20.15 Uhr aus Franken: In Bayreuth werden drei Menschen ermordet. Jede Stunde einer. Wer ist der Täter? Foto: BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Hendrik Heiden

9,09 Millionen Zuschauer und ein Marktanteil von 25,6 Prozent: Nach Einschaltquoten ist "Ein Tag wie jeder andere" der zweitbeste Franken-Tatort. Rund jeder vierte Fernsehzuschauer hatte am Sonntagabend um 20.15 Uhr die Ermittlungen der Kommissare Paula Ringelhahn und Felix Voss im oberfränkischen Bayreuth.

Im Vergleich zum Wiesbaden-Tatort eine Woche zuvor legte die fränkische Ausgabe deutlich zu: Am 17. Februar schauten nur 6,88 Millionen den Tatort, zwei Millionen weniger. Die unangefochtene Bestmarke von 12,11 Millionen Zuschauer hält übrigens die Premiere: "Der Himmel ist ein Platz auf Erden" erreichte im April 2015 starke 33,7 Prozent Marktanteil.

Alles wird wieder gut, beschwichtigt eine Frau den Mann, der gerade einen Menschen getötet hat. Aber sie täuscht sich. Nichts wird gut in "Ein Tag wie jeder andere". So hoch wie in noch keinem der bisher vier fränkischen Tatort-Folgen ist am Ende der 90 Minuten die Zahl der zerstörten Leben.

Franken-Tatort: Alles beginnt im Gerichtssaal

Alles beginnt, als der als unbescholtene Anwalt Thomas Peters (Thorsten Merten) im Gerichtssaal einen Richter hinrichtet. Bevor er den vor ihm knienden Richter erschießt, blickt Peters auf die Uhr. Erst punktgenau zur vollen Stunde drückt er ab.

Auf die Sekunde eine Stunde später stirbt eine Lebensmittelforscherin an der Universität Bayreuth. Wieder führte Thomas Peters die Waffe, wieder vergewisserte er sich vor dem Schuss der Uhrzeit. Ein Motiv für das erratische Verhalten Peters verbirgt sich den Ermittlern zunächst ebenso wie eine Verbindung zwischen dem Täter und seinen Opfern.

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Erst in kriminalistischer Kärrnerarbeit legen Hauptkommissar Voss (Fabian Hinrichs) und seine Kollegin Ringelhahn (Dagmar Manzel) ein weit hin der Vergangenheit wurzelndes Gespinst aus Tod, nicht gebüßter Schuld und den alles Lebendige verzehrenden Durst nach Rache frei. "Das Warum ist gar nicht so wichtig. Viel interessanter ist das Wann", sagt Hauptkommissar Voss (Fabian Hinrichs). Und so handelt der Tatort auch von der der Zeit.

"Ein Tag wie jeder andere": Im Wettlauf mit der Zeit

Zwischen Leben und Sterben steht in "Ein Tag wie jeder andere" eine vom Täter präzise festgesetzte Spanne. So hetzt er die Kommissare in einen aufreibenden Wettlauf gegen die verstreichenden Sekunden und Minuten.

Die chronologische Ordnung der Zeit bricht Regisseur Sebastian Marka auf und setzt ihre unterschiedlichen Ebenen anschließend in neuer Form zusammen. Ohnehin ist in der Wahl der Motive und inszenatorischen Mitteln "Ein Tag wie jeder andere" mutiger als seine vier Vorgänger. Das ist deshalb von Bedeutung, weil die fränkischen Kommissare weder als Figuren noch im Zusammenspiel profiliert genug sind, um den "Tatort" auf ihren eignen Schultern tragen zu können.

Konturlosigkeit als Gewinn

Die Konturlosigkeit der Figuren lässt sich nicht nur als dramaturgischer Mangel, sondern im Gegenteil auch als Gewinn deuten. Im "Franken"-Tatort schieben sich keine Figuren eitel vor die Handlung. Er steht und fällt mit seiner Handlung Erol Yesilkayah hielt dieser Herausforderung stand. Mit großem Selbstverständnis spannt der Drehbuchautor gemeinsam mit Regisseur Marka für ihre Zwecke sogar die neben dem Tatort andere große deutsche Mythenmaschine ein: die Bayreuther Festspiele.

Bis zur letzten Sekunde spannend

In langen Szenen flimmert eine von Sebastian Marka selbst erdachte und bebilderte Inszenierung von Wagners "Walküre" über den Bildschirm. Zwei Menschen stochern darin in einem riesigen Müllberg.

So wie die Ermittler dieses bis zur letzten Sekunde spannenden "Tatorts" in ihren eigenen und den beschädigten Leben der anderen herumstochern.

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