Bamberg

Bamberger Theater setzt auf bewährten Mix

Das Bamberger Theater setzt auch in der Saison 2013/14 auf einen bewährten Mix aus Klassikern, Unterhaltung, Gastspielen, Ballett und Jugendstücken. Dramen über die "Weiße Rose" und Stauffenberg setzen einen Themenschwerpunkt.
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Dieses lustige Bild hat das Theater gefunden zur Illustration von Shakespeares "Viel Lärm um nichts"
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In Zeiten, da allenthalben Kulturetats gekürzt, mancherorts ganze Häuser geschlossen werden, geht fürs Theater der Domstadt alles seinen langen, ruhigen Fluss. Diesen Eindruck gewann man jedenfalls nach der obligatorischen Spielzeitkonferenz, an der Intendant Rainer Lewandowski mit seinen Dramaturgen, Kulturreferent Werner Hipelius und stellvertretender Verwaltungsleiter Reiner Gäbelein teilnahmen.

Die kommende Spielzeit wird die letzte am Bamberger Theater sein für Lewandowski, Jahrgang 1950, der seit einer gefühlten Ewigkeit (exakt: seit 1989) das Haus samt Studio und Gewölbe leitet. Der Intendant ist E.T.A.-Hoffmann-Spezialist, Regisseur und Autor und beschenkt das Bamberger Publikum regelmäßig mit selbst geschriebenen Stücken.
So auch in der Saison 2012/13: "Stauffenberg" widmet er dem Widerstandskämpfer, der einst im Bamberger Reiterregiment diente und sich vom Hitler-Anhänger zum Widerstandskämpfer wandelte.

Gerechnet von 2014 an, wird das Attentat auf den Diktator genau 70 Jahre zurückliegen. Damit sind zwei programmatische Schwerpunkte der Spielzeit umrissen: "Macht und Widerstand" sowie Jubiläen. Zu "Macht und Widerstand" ist ein Stück über die Weiße Rose geplant; man könnte auch die Edith Piaf und Hildegard Knef gewidmeten biografischen Dramen darunter subsumieren, denn beide hatten sich in der Nazizeit zu positionieren.

Zweimal "König Lear"

Als Drama über Herrschaft fällt auch Shakespeares "König Lear" auf, gleich zweimal steht der Klassiker auf dem Spielplan, auch noch in der Alten Hofhaltung "Viel Lärm um nichts": 40 Jahre gibt es nun schon die Calderón-Spiele. So viel zum Thema Jubiläum - die Sommeroper existiert zehn Jahre, die mit Mozarts "Don Giovanni" die Spielzeit eröffnen wird. Die Oper war wiederum ein Lieblingsstück E.T.A. Hoffmanns, womit sich ein Kreis schließt.

Ansonsten setzen Intendanz und Dramaturgie auf den bewährten Mix aus Klassikern, Komödien, aus Anspruchsvollem und Unterhaltendem (wobei Unterhaltung eine große Kunst ist). Gastspiele stehen auf dem Plan, Bamberger Ballett-Tage, und Theaterpädagogin Anja Simon hat mit einem Jugendtheatertreffen noch diesen Juli unter dem Motto "Spielt um euer Leben" Großes vor. Die Auslastung des Theaters war gleichbleibend, der Etat auch: Alle waren (fast) wunschlos glücklich.


Der Spielplan:


Inszenierungen

Mozart, Don Giovanni (Premiere 4. 10. 2013)
Neil LaBute, Some Girls (Studio, 12. 10.)
William Shakespeare, König Lear (20. 10.)
Gebrüder Grimm, Rapunzel (21. 11.)
Brandon Thomas, Charleys Tante (30. 11., Silvesterstück)
Detlev Gröning/Harald Wehmeier, Stenkelfeld (Studio, 12. 12.)
René Heinersdorff, Endstation Irgendwo. Eine Bahnhofsmission (Studio, 1. 2. 2014)
Rainer Lewandowski, Stauffenberg (8. 2.)
Jutta Schubert, Die Weiße Rose. Aus den Archiven des Terrors (Studio, 15. 3.)
Arthur Schnitzler, Der einsame Weg (22. 3.)
Dennis Kelly, Die Opferung von Gorge Mastromas (Studio, 26. 4.)
Pit Holzwarth, Edith Piaf (Musical, 3. 5.)
Peace of my Heart. Abend über Janis Joplin (6. 6.)
W. Shakespeare, Viel Lärm um nichts (6. 7.)

Gastspiele

Herbert Rosendorfer/Karl Dietrich Gräwe, Siegfried & Violetta oder List, Last; Lust und Lunge (Opernfragment, 25. 10.)
Hildegard Knef. Eine Femmage (15. 11.)
St. Kaminski, Siegfried. Nach R. Wagner (4. 12.)
Paul Lincke, Frau Luna (10. 1.)
Axel Hacke, Oberst von Huhn und andere Geschichten (Lesung, 12. 2.)
Weill/Brecht, Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny (Oper, 16. 7.)

Bamberger Ballett-Tage

E.T.A. Hoffmann - eine Moritat (6. 11.)
Tschaikowsky, Der Nussknacker (10. 12., dazu werden in einer Ausstellung animierte Figuren gezeigt)
Andris Plucis, Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht