Das Flüchtlingsthema droht angesichts der medialen Reizüberflutung einem Gewöhnungseffekt anheimzufallen, Berichte über brennende Unterkünfte inklusive. Zugleich ist allenthalben die Rede von einer neuen deutschen Willkommenskultur. Ist das Deutschland der Gegenwart ein fremdenfreundlicher Hort der Glückseligkeit oder droht ein neuer brauner Sumpf? Derlei bipolar angelegte, mitunter vereinfachende Fragen verhandelt Konstantin Küsperts Stück "rechtes denken", uraufgeführt im E.T.A.-Hoffmann-Theater am Sonntagabend, die zweite Premiere der neuen Spielzeit nach Hebbels "Nibelungen" am Samstag.
Das Studio-Stück, das eigens für das Bamberger Haus als Werkauftrag an den Dramatiker Küspert vergeben worden war, erweist sich als komplexe Zusammensetzung dreier Handlungsebenen: Da ist zum einen die deutschtümelnde Burschenschaft, die kritisches Nachfragen zu Begriffen wie Heimat und Werte kategorisch sanktioniert; da ist zum