Bad Kissingen
Künstlerfrühstück

Hungrig auf Musik

Zeitungsleser trafen die Pianistin Mari Kodama. Beim Kaffee plauderten sie über Privates und den Konzertalltag der Künstlerin. Auch ein unmusikalisches Thema kam auf den Frühstückstisch.
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Pianistin Mari Kodama und Redakteur Thomas Ahnert unterhalten sich mit den Gewinnern. Fotos: Carmen Schmitt
Pianistin Mari Kodama und Redakteur Thomas Ahnert unterhalten sich mit den Gewinnern. Fotos: Carmen Schmitt
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Bad Kissingen — "Näher kann man einer Künstlerin gar nicht kommen", sagt Herbert Leisentritt. Er ist mit seiner Frau Irmgard aus Obertheres nach Bad Kissingen gekommen und sitzt neben der Pianistin Mari Kodama. Vor ihnen stehen Sekt, Brötchen und eine Käseplatte. Die beiden haben wie sechs andere an einer Verlosung der Saale Zeitung teilgenommen und das "Künstlerfrühstück" mit der Musikerin und dem Kulturredakteur Thomas Ahnert gewonnen. Die Musikerin gewährte Einblicke in ihren Arbeits- und Konzertalltag und verriet, dass sie nach vielen Jahren auf den Bühnen der ganzen Welt vor ihren Auftritten immer noch aufgeregt ist. "An Lampenfieber gewöhnt man sich nie", sagt Mari Kodama und strahlt. Sie spielt Klavier, seit sie drei Jahre alt ist, erzählt sie. Das erstaunt die Gäste, die an diesem Vormittag unter den Arkaden zusammensitzen und in den sonnigen Kurgarten blicken. "Ich bin damit aufgewachsen. Und ich hatte schon als Kind große Hände." Bereits ihre Mutter habe Piano gespielt, sagt Mari Kodama. Ihre 15-jährige Tochter Karin tut es ihr heute gleich. Als Dirigent komplettiert ihr Mann Kent Nagano die Musikerfamilie. Gemeinsam leben sie in Paris und San Fransisco. Ob es nicht schwierig sei, alles unter einen Hut zu bekommen, wollte eine der Frauen am Frühstückstisch wissen. "Man muss sich schon Mühe geben", sagt die Pianistin, die in Osaka, Japan, geboren ist. Ernst Kirchner aus Oberleichtersbach wunderte sich, dass Mari Kodama so gut Deutsch spricht. Das wusste sie schnell aufzuklären: "Ich habe von sechs bis zwölf in Düsseldorf gelebt. Danach zwei Jahre in der Schweiz und in Frankreich."
Vor zehn Jahren war sie zum ersten Mal in Bad Kissingen. Damals trat sie mit den Wiener Symphonikern auf. Seitdem kommt sie immer wieder und gibt Konzerte in der Kurstadt. "Bringen Sie Ihren Flügel dann mit?", will Herbert Leisentritt wissen. Die Musikerin schüttelt den Kopf. Es sei üblich, auf dem bereitgestellten Piano zu spielen. "Man muss das Instrument immer wieder neu entdecken. Jedes ist anders." Mit so etwas wie einem Auto sei ein Klavier nicht zu vergleichen, meint sie. "Am Konzertabend mit einem vollen Saal klingt es wieder anders. Dann muss man sehr schnell reagieren und die Balance anpassen." "Das Publikum dämpft", erklärt Redakteur Thomas Ahnert. "Das ist das Tragische beim Musiker: Wenn der Ton erst einmal raus ist, ist alles vorbei."

Fußball oder Musik?

Dem Thema Fußball konnte sich die Frühstücksgruppe nicht ganz entziehen, so musikalisch sie auch gewesen sein mag. Die Spielzeiten der Weltmeisterschaft kollidieren oft mit den Konzerten, meint Thomas Ahnert. "Als Veranstalter hofft man natürlich, dass die Deutschen so bald wie möglich rausfliegen. Auch wenn es keiner zugeben mag", sagt er und heimst sich von Karl-Heinz Henneberger ein unmissverständliches Raunen ein. Der Nüdlinger hört sich zwar gerne das ein oder andere Konzert an, bisher hat er aber noch kein Spiel der WM verpasst. Mari Kodama schmunzelt. Sie verfolgt lediglich die Ergebnisse. Und meist auch nur die der deutschen und der französischen Mannschaft.
Das Ehepaar Kirchner aus Oberleichtersbach ist begeistert, wie locker die Runde mit der Künstlerin ist. "So eine Gelegenheit hat man sehr selten. Das animiert auch dazu, zum Konzert zu kommen", sagt Irene Kirchner. Zwei Mal besteht dazu die Chance während des Kissinger Sommers. Mari Kodama tritt am Samstagnachmittag um 16 Uhr mit der Klang-Werkstatt auf. Bei diesem Projekt betreut sie junge Nachwuchskünstler. Außerdem ist sie am Dienstagabend im Rossini-Saal zu sehen. Nach dem Frühstück sind zwar alle Gewinner satt, aber einige hungrig auf Musik geworden.

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