Es ist eine aufwändige Produktion mit insgesamt 34 erfahrenen und jungen Musikern. Denn zu der Band unter der Leitung Haas' gesellen sich ein Orchester und ein Chor, die ihre Mitglieder aus Schülern der Bamberger Musikschule rekrutieren. Deren Leiter Martin Erzfeld wird den hoch motivierten Haufen koordinieren.
Die Handlung dieses clownesken Stücks in der Inszenierung von Heidemarie Gohde "entzieht sich jeder Beschreibung", so Dramaturgin Anja Simon. Was naturgemäß hier konterkariert werden muss. Also: Den Blumen auf einer Wiese passt die ihnen von den Menschen zugeschriebene Rolle als Biomasse gar nicht und sie, die Blumen, empören sich. Allerdings nicht wie die Tiere in Orwells "Animal Farm" mit einem gewaltsamen Aufstand, sondern mit den Mitteln der Kunst: Sie inszenieren ein Musical im Geiste der Blumenkinder der Endsechziger, ihr Musical spielt allerdings in der Jetztzeit. Das Ensemble hüllt sich in originelle florale Kostüme, Bühnenbild und Requisiten werden, wie unschwer zu erraten ist, vom psychedelischen Geist der Zeit geprägt (Ausstattung Uwe Oelkers; die Schneiderinnen des Theaters sollen sich selbst übertroffen haben) und wird von einem eigens engagierten "Physiodramatiker" (Richard Weber) trainiert. Der erfasst die "Bewegungspräferenzen" der Figuren und sucht sie in artifizielles Bühnengeschehen umzusetzen.
Konrad Haas hat bekannte Songs der Flower-Power-Zeit bearbeitet wie "All You Need Is Love" der Beatles oder Barry McGuires "Eve Of Destruction", aber auch selbst fleißig 22 Songs komponiert.
Fast das ganze Ensemble des Bamberger Theaters ist im Einsatz, ergänzt durch Gäste. Aufgeteilt werden die dramatis flores in einen Stab mit Regisseur, Dichter, Inspizient usw. und in Schauspieler. Da gibt es dann so schöne Namen wie den des Inspizienten Papaver rhoeas (Eckhart Neuberg), eher bekannt als Klatschmohn. Der Name spricht für sich selbst. Oder Ranunculus flammula, den Brennenden Hahnenfuß des Thomas Jutzler. Iris Hochberger spielt die kapriziöse Diva, ein Veilchen.
Liebe (mit Bienchen als Postillon d'amour), Hass, Intrige, Aufschneidereien, Tratsch und üble Nachrede gibt es auch bei den Pflanzen, stellt sich im Lauf der montypythonesken Handlung heraus. Es geht also zu wie in jedem gut geführten deutschen Unternehmen.

Termine und Karten: Premiere 25. Mai, 20 Uhr, Großes Haus des E.T.A.-Hoffmann-Theaters, Bamberg. Weitere Vorstellungen 30./31. Mai, 1.-3., 6., 8.-10., 12./13. Juni. Auszüge 28. Mai, 17 Uhr, Gelände der Landesgartenschau. Karten Tel. 0951/873030, E-Mail kasse.theater@stadt.bamberg.de