Es sei ein Offenbarungseid für den Rechtsstaat, wenn alle Veranstaltungen abgesagt würden und dies mit einem polizeilichen Notstand begründet werde, erklärte Jörg Radek am Freitag in Berlin. "Diese Botschaft ist verheerend." Es sei nicht nur ein falsches politisches Signal, sondern auch in Schlag ins Gesicht für alle Unterstützer der Flüchtlinge in Deutschland, die sich der dumpfen Stimmungsmache rechter Gewalttäter entgegenstellten.

Länderübergreifende Einsätze der Bereitschaftspolizei werden nach Angaben der Gewerkschaft GdP durch Personalkürzungen immer schwieriger. Im Zusammenhang mit dem Polizeinotstand bei rechtsradikalen Ausschreitungen im sächsischen Heidenau sagte ein Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GDP) am Freitag, viele Bundesländer seien von Streichungen bei Personal und Ausstattung betroffen.


Clemens Murr, im Bundesvorstand der Gewerkschaft der Polizei (GdP) für die Bereitschaftspolizei zuständig, spricht von "Spardiktaten der Bundesländer". Mancherorts sei die Bereitschaftspolizei "auf ein nicht mehr zu vertretendes Maß reduziert worden". Der "Allgemeinen Zeitung" in Mainz sagte Murr, die tatsächliche personelle Stärke der Hundertschaften erreiche nirgendwo die Sollstärke, sei es aus Kostengründen, sei es vereinzelt auch wegen Nachwuchsproblemen.