Den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zieht es vorerst nicht zurück in die deutsche Politik. "Danke, aber ich freue mich, ein Besucher in Deutschland zu sein", sagte der einstige Hoffnungsträger der CSU am Freitag bei einer Konferenz in Berlin auf die Frage, ob er für ein politisches Comeback bereit sei.

In seiner Rede auf der Konferenz der Alfred Herrhausen Gesellschaft und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gab sich Guttenberg bescheiden. Er sagte, er habe noch vor Jahresfrist getönt, wie gut es sei, dass die Populisten in Europa und den USA keine charismatischen Persönlichkeiten aufzubieten hätten. Dies sei "töricht" gewesen. Denn jetzt habe sich gezeigt, dass selbst Politiker wie der Brite Boris Johnson Außenminister werden könnten.
"Was war das noch für eine Zeit, als man wegen Abschreibens aus dem Amt gejagt wurde", fügte er hinzu.

Guttenberg hatte sich nach dem Skandal um seine in Teilen abgeschriebene Doktorarbeit und dem anschließenden Rücktritt als Minister 2011 in die USA zurückgezogen.