Nach der Geiselnahme in Ingolstadt hat Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) erneut härtere Gesetze gegen Stalking gefordert. Der 2007 auf bayerische Initiative eingeführte Straftatbestand reiche nicht aus, sagte Merk der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). Ein wegen Stalkings vorbestrafter Mann hatte am Montag mehrere Geiseln im Rathaus von Ingolstadt fast neun Stunden lang in seiner Gewalt.

Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei beendete die Geiselnahme am Abend, der Täter wurde dabei angeschossen. Die Geiseln blieben unverletzt. Eine von ihnen war eine junge Frau, der der Geiselnehmer schon seit mehreren Monaten nachgestellt haben soll. An diesem Dienstag soll der Mann einem Haftrichter vorgeführt werden.

Merk forderte nun politische Konsequenzen: Das jetzige Gesetz greife erst, wenn das Opfer durch die Tat schwerwiegend in seiner Lebensgestaltung beeinträchtigt worden sei.