Im Untersuchungsausschuss des Landtags zur Einweisung des Nürnbergers Gustl Mollath in die Psychiatrie haben mehrere damals beteiligte Justizvertreter den kursierenden Verschwörungstheorien widersprochen. Dabei ging es am Freitag um drei Fragen: Ob der Vorsitzende Richter am Landgericht Nürnberg-Fürth Mollath schon früh als Querulanten abqualifizierte, warum ihn die Kammer 2006 als gemeingefährlich einstufte - und warum eine Schwarzgeldanzeige Mollaths 2003 von der Staatsanwaltschaft zu den Akten gelegt wurde, obwohl die Vorwürfe nach heutigem Stand in Teilen richtig waren. Die Opposition will nun Mollath persönlich als Zeugen laden.

Im Zeugenstand: Die damalige Staatsanwältin, die 2004 Mollaths Anzeige nicht weiter verfolgt hatte, der Amtsrichter, der 2005 mit dem psychiatrischen Gutachten befasst war, und der mittlerweile pensionierter Vorsitzender Richter des Landgerichts, der Mollath 2006 in die Psychiatrie einweisen