Der FC Bayern München hat das Halbfinale der Fußball-Champions League erreicht. Der deutsche Rekordmeister gewann am Freitagabend im Viertelfinale des Final-Turniers in Lissabon gegen den FC Barcelona nach einer beeindruckenden Vorstellung verdient mit 8:2 (4:1). In der Vorschlussrunde trifft das Team von Trainer Hansi Flick am kommenden Mittwoch auf den Sieger der Partie Manchester City gegen Olympique Lyon. Diese beiden Teams spielen an diesem Samstag gegeneinander. Das zweite Halbfinale bestreiten am Dienstag RB Leipzig und Paris Saint-Germain.

Gegen den FC Barcelona waren die Bayern haushoch überlegen. Thomas Müller (4./33.), Ivan Perisic (22.), Serge Gnabry (28.), Joshua Kimmich (63.), Robert Lewandowski (82.) und Philippe Coutinho (85./89.) schossen den fulminanten Erfolg heraus. Ein Eigentor von David Alaba (7.) zum zwischenzeitlichen 1:1 und der Treffer von Luis Suarez (57.) waren zu wenig für das Starensemble um Lionel Messi. Doppel-Torschütze Thomas Müller ist nach seinem 113. Einsatz nun alleiniger deutscher Rekordspieler in der Champions League und löste seinen früheren Münchner Teamkollegen Philipp Lahm (112 Partien) ab.

FC Bayern siegt mit 8:2: "Wir sind euphorisch"

Beim sagenhaften 8:2 (4:1) im Viertelfinale gegen die Katalanen mit einem entzauberten Weltfußballer Lionel Messi spielten die Münchner besonders in der ersten halben Stunde so auf, dass Erinnerungen an den 7:1-Triumph der Nationalmannschaft gegen Brasilien bei der WM 2014 aufkamen.

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«Es ist schwierig so kurz nach dem Spiel, aber wir sind natürlich sehr euphorisch. So richtig klar wird einem das erst in den nächsten Tagen», sagte Leon Goretzka bei Sky. «Wir haben sehr gut ins Spiel gefunden. (...) Das 1:1 war ein kleiner Dämpfer. Aber dann die Moral zu zeigen und sich nicht beirren zu lassen», sei das Erfolgsrezept gewesen. «Das Selbstvertrauen ist da, keine Frage. Das wird auch nicht weniger. Aber das war erst ein Schritt von dreien.» Flick sagte: «Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Das ist aktuell unsere Mentalität, dafür stehen wir.»

Müller schoss die Bayern früh in Führung

Für Barcelona, das eine Rekordniederlage im Europapokal kassierte, trafen Münchens Abwehrchef David Alaba, der in der 7. Minute ein Eigentor zum 1:1 fabrizierte, und Luis Suárez (57.). In ihrem zwölften Königsklassen-Halbfinale treffen die Bayern am kommenden Mittwoch auf Manchester City mit Ex-Coach Pep Guardiola oder Olympique Lyon. Ein deutsches Finale am 23. August gegen RB Leipzig, das am Dienstag gegen Paris Saint-Germain spielt, ist in Portugal keine Vision mehr.

Die Bayern waren nach einem Kurztrainingslager an der Algarve mit gigantischem Selbstbewusstsein angereist - der Rekordmeister musste aber eine fast dramatische Anfangsphase überstehen. Vom üblichen Taktieren in einem K.o.-Spiel war im fast menschenleeren Estádio da Luz gar nichts zu sehen. Müller erzielte in seinem 113. Einsatz, der ihn zum deutschen Rekordspieler der Königsklasse machte, nach schönem Doppelpass mit Lewandowski die frühe Führung. Dann aber kam zunächst Barcelona.

Kein guter Tag für Messi

Über die linke Seite zwang Jordi Alba mit einer Flanke Alaba zu dessen verunglückter Rettungstat ins eigene Tor vor dem einschussbereiten Suárez. Dessen Versuch fünf Minuten später parierte Nationaltorwart Manuel Neuer glänzend (9.), Sekunden später prallte eine Messi-Hereingabe an den Pfosten (10.). Erst danach hatten die Bayern die Partie vollends im Griff und spielten «Bayern-like». Messi wirkte dagegen mit zunehmender Spieldauer immer lustloser.

Kurz nach dem ersten, aber wirkungslosen Solo des Argentiniers (20.) eroberte Gnabry, der mit seiner Schnelligkeit und Aggressivität immer wieder für Gefahr sorgte, den Ball und leitete auf Perisic weiter. Der Kroate, schon im Achtelfinale gegen den FC Chelsea Torschütze, entschied sich statt für die Hereingabe für einen starken Schuss, den Barcelonas deutscher Nationaltorwart Marc-André ter Stegen nicht entscheidend ablenken konnte.

"Was für eine Halbzeit"

Der 28-Jährige, der im Privatduell mit Neuer um das DFB-Tor eigentlich hatte Punkte sammeln wollen, erlebte ganz bittere folgende Minuten. Erst Gnabry mit seinem siebten Königsklassen-Tor der laufenden Saison nach einem Lupfer des sehr präsenten Goretzka und dann wieder Rekordmann Müller, der 2013 im Halbfinale auf dem Weg zum Triple dreimal gegen Barcelona getroffen hatte, sorgten für den Pausenstand. «Was für eine erste Halbzeit», twitterte Bayern-Neuzugang Leroy Sané, der in Portugal nicht spielberechtigt ist.

Die Katalanen, bei denen der französische Weltmeister Antoine Griezmann erst zur zweiten Hälfte eingewechselt wurde, hatten immer wieder Probleme mit der Wucht der Münchner, die ihr Tempo zwischenzeitlich drosseln konnten. Messi, oft vom jungen Alphonso Davies wachsam verfolgt, versuchte zwar immer wieder, sich in die eigene Hälfte fallen zu lassen, um den Ball vor das Bayern-Tor zu bringen. Es half nichts.

Barcelona wurde regelrecht demontiert

In der Phase, in der sich das Spiel zu beruhigen schien, traf zwar Suárez. Dann aber startete Davies zum Weltklasse-Dribbling auf der linken Seite bis in den Strafraum und passte perfekt auf Kimmich zum fünften Bayern-Tor. Barcelona zeigte Auflösungserscheinungen. Es wurde eine Demontage.

Trainer Hansi Flick hat nach dem spektakulären 8:2 des FC Bayern München gegen den FC Barcelona beim Finalturnier der Champions League in Lissabon den Titelgewinn als Ziel formuliert. «Jetzt geht es darum, das sacken zu lassen und uns dann auf das nächste Spiel so vorzubereiten, um das, was wir wollen, auch zu schaffen: Ganz oben zu stehen», sagte der 55-Jährige nach dem Viertelfinalerfolg am Freitagabend im Estádio da Luz. Dort wird am 23. August auch das Endspiel ausgetragen. «Das ist ein hartes Stück Arbeit», sagte Flick mit dem Blick auf das weitere Turnier.

Der Halbfinalgegner des deutschen Fußball-Serienmeisters wird am Samstagabend (21.00 Uhr) im letzten Viertelfinale zwischen Manchester City mit dem ehemaligen Bayern-Trainer Pep Guardiola und Olympique Lyon ermittelt. Das andere Semifinale bestreiten Bundesligist RB Leipzig und Paris Saint-Germain. Nach 2013, als die Bayern in London mit 2:1 gegen Borussia Dortmund triumphierten, könnte es in Portugal in der Königsklasse also wieder ein deutsches Endspiel geben. Die Champions League wird in der Corona-Krise ausnahmsweise an einem Ort in Turnierform und mit Geisterspielen ohne Publikum ausgetragen.

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Bayern-Profis: "Das ist schon brutal"

Die Profis des FC Bayern konnten es am späten Freitagabend selbst kaum fassen. «Das ist schon brutal», sagte Nationalspieler Joshua Kimmich kurz nach dem spektakulären 8:2 (4:1) gegen den FC Barcelona im Viertelfinale der Champions League in Portugal. «Man muss sich vor Augen führen, dass wir gegen Barcelona mit 8:2 gewonnen haben. Das ist schwierig zu begreifen.» Thomas Müller, der mit seinem 113. Einsatz in der Königsklasse zum alleinigen deutschen Rekordspieler aufstieg, sprach von einem «sehr speziellen Abend. Allein das Ergebnis und das, wie es sich auf dem Platz angefühlt hat, sind sehr besonders.»

Im Vergleich zum 7:1-Triumph der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2014 in und gegen Brasilien habe die Partie am Freitag «noch viel, viel mehr mit uns» zu tun gehabt. «Gegen Brasilien hatten wir es nicht so unter Kontrolle», sagte Müller, dem sein Rekord nicht wichtig ist: «Das hat ja gar nichts mit Fußball zu tun. Das ist nur eine Statistik.» Die Bayern treffen am Mittwoch auf Manchester City mit Ex-Coach Pep Guardiola oder Olympique Lyon. «Wir können mit einem Lächeln einschlafen und ab morgen bereiten wir uns vor», sagte Müller.

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